Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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l. Zeitalter der Kirchmtremmng.

sie alle Nacht die Herbergen wechseln. Desto sicherer und willkom-mener waren sie in Würz bürg. Es ist doch, als hätte die Ermah-nung, welche Kaiser Ferdinand bei dem Reichstage von 1559 an dieBischöfe richtete, endlich einmal auch ihre Kräfte zur Erhaltung derkatholischen Kirche anzustrengen, auf diesen glänzenden Fortgang desOrdens in den Stiftern viel Einfluß gehabt. Von Würzburg ausdurchzogen sie Franken.

Mittlerweile war ihnen auf einer andern Seite Tyrol eröffnetworden. Auf den Wunsch der Töchter des Kaisers siedelten sie sichzu Innsbruck und dann zu Hall in deren Nähe an. In Bayerndrangen sie immer weiter vor. In München, wohin sie 1669 ge-langten, fanden sie es selbst bequemer als in Jngolstadt; sie erklärtenes für das deutsche Rom. Und schon erhob sich unfern von Jngol-stadt eine neue große Colonie. Um seine Universität Dillingen aufihren ursprünglichen Zweck zurückzuführen, entschloß sich der CardinalTruchseß, alle Lehrer, die noch daselbst docirten, zu verabschieden, unddie Stiftung völlig den Jesuiten anzuvertrauen.

Ein nngemeiner Fortgang der Gesellschaft in so kurzer Zeit.Im Jahre 1551 hatten sie noch keine feste Stätte in Deutschland;im Jahre 1566 umfaßten sie Bayern und Tyrol, Franken und Schwaben,einen großen Theil der Rheinlande, Oesterreich; in Ungarn, Böhmenund Mähren waren sie vorgedrungen. Schon nahm man ihre Wirkungwahr: im Jahre 1561 versichert der päpstliche Nuntius, „daß sie vieleSeelen gewinnen, und dem heiligen Stuhl einen großen Dienst leisten."Es war der erste, nachhaltige antiprotestantische Eindruck, welchenDeutschland empfing.

Vor Allem arbeiteten sie auf den Universitäten. Die ganze,gelehrte Bildung jener Zeit beruhte auf dem Studium der altenSprachen. Sie trieben dieselben mit frischem Eifer. Auch andereWissenschaften cultivirten sie. Franz Koster trug zu Köln dieAstronomie, eben so angenehm wie belehrend, vor. Die Hauptsacheaber, wie sich versteht, blieben die theologischen Disciplinen. DieJesuiten lasen mit dem größten Fleiße, auch während der Ferien:sie führten die Disputirübungcn wieder ein, ohne welche, wie sie sagten,aller Unterricht todt sei; die Disputationen, welche sie öffentlich an-stellten, waren anständig, gesittet, inhaltsreich, die glänzendsten, welcheman jemals erlebt hatte. Bald überredete man sich in Jngolstadt,dahin zu sein, daß sich die Universität wenigstens im Fache derTheologie mit jeder andern deutschen messen könne.

Nicht minderen Fleiß widmeten die Jesuiten der Leitung der