Die ersten Jesuitcnschulen in Deutschland.
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lateinischen Schulen. Es war einer der vornehmsten Gesichtspunktedes Lainez, daß man die untern Grammaticalklassen gut besetzen müsse.Auf den ersten Eindruck, den der Mensch empfange, komme doch fürsein gesammtes Leben das Meiste an. Er suchte mit richtiger Ein-sicht Leute, welche, wenn sie dieß beschränktere Lehramt einmal ergriffenhatten, sich demselben ihr ganzes Leben zu widmen gedachten; dennerst mit der Zeit lerne sich ein so schwieriges Geschäft, und finde sichdie natürliche Autorität ein. Es gelang den Jesuiten hiemit zur Ver-wunderung. Man fand, daß die Jugend bei ihnen in einem halbenJahre mehr lerne, als bei Andern binnen zwei Jahren. Woher diesewunderbare Entwicklung? Auf diese Frage kann geantwortet werden:„Schnell zeichneten sich die Jesuiten in allen den Fächern aus, dieman damals hoch schätzte; sie verstanden neben der Theologie diealten Sprachen, Mathematik, Geschichte, sie cultivirten Poesie. Dabeizeigten sie sich als feingebildete, heitere Wcltleute. Von Bigotterie,von den müßigen Zeichen einer äußerlichen Frömmigkeit, war in ihremUmgang nichts zu sehen; auch als Seelsorger der Laien drangen sienur da, wo es der Charakter ihrer Beichtkinder forderte, auf häufi-gere Uebungen der Andacht; sorgfältig flohen sie den Schein desStolzes auf besondere Heiligkeit, auch in ihrer Kleidung vermiedensie alles Auffallende. In katholischen Ländern glichen sie den Welt-geistlichen; an Orten, wo sie ohne geistliche Abzeichen leichter Zutrittfinden konnten, durften sie sogar diese Kleidung mit der üblichenLandestracht vertauschen. Außerdem war ihnen vorgeschrieben, inihrer geistlichen und politischen Wirksamkeit sanft zu verfahren, dieMenschen durch Eingehen auf ihre Eigenheiten zu gewinnen, auchWider erklärte Gegner nie Stirne gegen Stirne zu kämpfen, und über-haupt nichts Leidenschaftliches blicken zu lassen, ihre Absichten undMaßregeln geheim zu halten, und im Verborgenen durchzusetzen, wasöffentlich Widerstand erregen könnte. Die Unterrichtsmethode in ihrenSchulen war vortrefflich, und auf's beste den Bedürfnissen der Jugendangepaßt. Ein freierer Geist bei unabläßiger Aufsicht, freundlicheHerablassung zu den Schülern, weise Sorgfalt für die Bewahrungihrer Unsch.ckd und Sittlichkeit, zeichnete die Jesuitenkollegien vorandern Schulen aus; Liebe und Vertrauen regierten. Was nur denWetteifer beleben kann, öffentliche Nedeübnngen, Preisvcrtheilungen,Ehrentitel wurden angewandt, um den Fleiß zu spornen. Für dieAusbildung des Körpers sorgten gymnastische Uebungen, der äußereAnstand im geselligen Leben sollte durch theatralische Anschauungverfeinert werden. Noch im 18. Jahrhundert galt ihr Unterricht für