Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Karl's V. Ende.

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Sohne stand er in unausgesetztem Briefwechsel, und dieser bat ihnnoch zuweilen, die Gewalt wicderzncrgrcifcn; in Spanien unternahmer noch Einiges anf eigene Hand. Der Unterschied gegen früherlag besonders darin, daß er nicht von laufenden Geschäften bedrängtwar und keine Negicrungspflicht mehr hatte. Er konnte der Ein-samkeit und Ruhe, nach der ihn verlangte, so viel er wollte, genießen.Alan hatte dafür gesorgt, daß der Blick aus seinen Zimmern, derüber die Klostcrgärten hinführte, durch nichts Fremdartiges gestörtwurde. Sein Vergnügen war, wenn er sich wohl befand, nacheiner kleinen, ein paar Armbrustschüsse entfernten Einsiedelei zu lust-wandeln, unter dem Schatten dichtgepflanztcr Kastanienbäume, welchevor der Sonne dieses Himmels schützten; zuweilen machte er denWeg auf einem Saumthier, endlich war ihm auch dieß unmöglich.Besonders gerne wohnte er dem Gesänge in der Kirche bei, wie erdenn Geschmack und Unterscheidungsgabc für die Musik besaß; dieObern des Ordens hatten nicht versäumt, ihre besten Stimmen indem Kloster zu versammeln. Seine Wohnung war in eine solcheVerbindung mit der Kirche gesetzt, daß er in den Tagen der Krank-heit den Gesang und die Feier der Messe in seinem Schlafzimmerhören konnte.

In den ersten zehn Monaten nach seiner Ankunft hatte sichunter dem Einflüsse des milden Klima's, der Stille des Mönchslcbcnsund der Befreiung von Staatsgeschäftcn die Gesundheit des Kaisersim Ganzen gebessert; seine Gichtanfälle waren weniger häufig undminder heftig als zuvor. Allein im Frühjahr 1558 kehrte die alteKrankheit mit erneuter Heftigkeit zurück. „Ich bin," schreibt er anseinen Sohn Philipp II., „nicht in dem Zustande, eine einzigePredigt während der Fastenzeit mitanzuhörcn." Monate lang ver-mochte er kaum eigenhändig eine Zeile zu schreiben. Sehr nieder-beugend auf ihn wirkte anch der Tod seiner Schwester Eleonore,verwittwetcn Königin von Portugal, der im Februar 15e>8 erfolgte.Zwischen dem Kaiser und seiner Schwester scheint eine große Anhäng-lichkeit bestanden zu haben. Das sanfte Gemüth der Königin Eleonorehatte sie ihrem Bruder besonders werth gemacht, weßhalb er jetztihren Verlust fast ebenso schmerzlich, als eines seiner eigenen Kinderempfand. „Sie war eine gute Christin!" sagte er zu seinem Sekre-tär und setzte, indem ihm die Thränen über die Wangen herabrollten,hinzu: „Wir haben uns immer einander geliebt. Sie war,um fünfVierteljahre älter als ich, und ehe diese Zeit verflossen ist, werde ichwahrscheinlich bei ihr sein!"