Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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!. Zeitalter der Kirchentrermung.

der Vorsehung mit allen Gaben eines Volker-Apostels ausgerüstet.Xaver besaß einen kräftigen Körperbau, lebhaftes und feuriges Tem-perament, hohen nnb umfassenden Geist und außerordentlichen Ver-stand, entschiedene Anlage und Liebe zur Wissenschaft, große Energiedes Willens und kühne Uncrschrockenheit, dazu ein großes und edlesHerz, und ein einnehmendes graziöses Wesen, verbunden mit demgrößten Abscheu gegen alles Unsittliche. Zu einem Alter von 22 Jahrenlehrte er bereits zu Paris die Philosophie und erwarb sich großenBeifall. Damals kam Jgnatius von Loyola nach Paris, um seineStudien hier fortzusetzen, und lernte den Xaver als einen jungenAlaun kennen, der zur Ausführung großer Zwecke wie geschaffenwar. Bald waren beide mit einander bekannt geworden und Jgnazvermochte so viel über Xaver, daß dieser den Umgang mit einigengeistreichen jungen Leuten ausgab, die das Netz der Häresie nach ihmauswarfen. Hierauf unternahm es Jgnaz in Xaver auch das Strebennach christlicher Vollkommenheit zu entzünden. Die neue Bahn eröffneteXaver mit den sogenannten geistlichen Exercitien, aus denen er völligumgewandelt hervortrat und legte in: Jahre 1534 zu Montmartrebei Paris mit Jgnaz und dessen erstern Schülern die Gelübde ab;Seitdem waren verschiedene italienische Städte der Schauplatz seinesWirkens, wo Krankcndicnste, Kinderlehre und Bußpredigten ihn fürnoch Größeres vorbereiteten; dabei wohnte er stets in Spitälern,lebte nur von Almosen und härtete sich durch die strengsten Bnß-übungen ab. König Johann III. von Portugal hörte von der außer-ordentlichen Thätigkeit des neuentstandencn Ordens der Jesuitenund erhielt auf sein Bitten zwei Mitglieder desselben, Xaver undNodrigucz für die Missionen im portugiesischen Indien. Diese aufXaver gefallene Wahl, gerechtfertigt durch den wunderbaren Erfolg,kam Niemanden erwünschter, als einem Manne, der in seinem großengottbegcisterten Herzen das Elend, die Nöthen und das Heil derganzen Welt umschloß, der für die im Blute Christi erlösten unsterb-lichen Seelen nach Leiden und Verfolgungen dürstete.

Die Anstalten, die Xaver für die Reise traf, bestanden in derAusbesserung eines Unterkleides, all' sein Gepäck in einem Brevier.Am 15. März 1540 reiste er von Rom nach Lissabon ab.

Vor der Abreise händigte ihm der König die päpstlichen Brcvenein, worin er zum päpstlichen Nuntius mit der Vollmacht ernanntwar, den Glauben ini ganzen Morgenland zu verbreiten und aus-recht zu erhalten. Dieser hohen Würde, schien es, sollte doch Rechnunggetragen werden; man ging ihn also an, seine Reisebcdürfnisse an-