Franz Xaver.
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zugeben und wenigstens einen Diener anzunehmen; allein nur mitvieler Mühe nahm Xaver einige Bücher und ein Kleid von rothemTuche an, und gab, als man mit Hinwcisnng auf seine Stelle nochweiter in ihn drang, die denkwürdige Antwort: „Wenn ich nur nichtsSchlechtes thue, so furchte ich weder meine Mitmenschen zu ärgern,noch meiner Würde zu nahe zu treten. Dieses Streben nach mensch-licher Ehre und diese falschen Begriffe von Wohlanständigkeit sindgrößtcnthcils Ursache von dem gegenwärtigen Zustande der Kirche."Dagegen hielt sich der apostolische Nuntius um so mehr zu einemapostolischen Leben und zu einer apostolischen Demuth und Wirksam-keit verbunden. Er erhielt vom Bizckönig Alfonso de Sosa dieEinladung, an seiner Tafel zu speisen, allein Xaver lebte auf derganzen Seereise bis Goa vom Almosen und theilte die ihm vomVizekönig zugeschickten Speisen unter die arme Schiffsmannschaft aus.Diese in der Religion zu unterrichten, ihren rohen und lasterhaftenGewohnheiten und Unterhaltungen zu wehren, bei ausgebrochencrKrankheit auf dem Schiffe sie mit allen leiblichen und geistlichenWerken der Barmherzigkeit zu überschütten, obgleich ihn selbst dieKrankheit ergriff, bildete den ausschließlichen Gegenstand seiner Be-schäftigung während der langen Reise. Am 6. Mai 1542 landetedas Schiff, welches den Heiligen trug und durch seinen Eifer wiezu einer schwimmenden Kirche verklärt worden war, zu Goa, derHauptstadt des portugiesischen Indiens. In dem begeisterten Vor-gefühle einer unermeßlichen Ernte stieg er an das Land seiner Sehn-sucht und Sendung, das seiner allerdings im höchsten Grade bedurfte,denn die Portugiesischen Ansiedler schändeten den christlichen Namendurch Vielweiberei und Unmcnschlichkeit gegen die armen eingebornenIndianer und hatten sich um deren Bekehrung so wenig bekümmert,daß die früher begründeten christlichen Colonieen bei Xaver's Ankunftverfallen und außer Goa, wo der Bischof Albugucrque vergebensdem Unheile zu steuern suchte, beinahe keine Priester zu finden waren.Seiir großes Werk begann nun Xaver mit den Portugiesen zu Goaselbst und zwar zuerst mit den Kindern und Sklaven derselben, welcheer mit einem Glöckchcn zur christlichen Lehre zusammenrief und mitsolchem Erfolg unterwies, daß die heilsamen Wirkungen davon auchauf die Eltern und Erwachsenen übergingen. Gleichzeitig besuchteer die Spitäler und Gefängnisse, trat dann als Prediger auf, führteden öfteren Gebrauch der heil. Sakramente ein, und hatte nach fünf-monatlichen Bemühungen in der entsittlichten Stadt eine völlige Um-wandlung hervorgebracht.