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I. Zcitaltcr der Kirchcntrcnmmg.
cincm geschickteil Seemanne, wie er ihn brauchte, um seine Seemachtauf eine Höhe zu heben, die seines großen Reiches würdig wäre.Diesen Mann fand er 1633 in Chair-Eddin, genannt Barba-rossa, cincm Sccräubcrkönig, der geboren in Mitylene als Sohneines armen Töpfers, sich allmählig durch seinen kriegerischen Geist,seine Raubzügc und seine Unerschrockenhcit fürchterlich gemacht hatte,und zuletzt die arabischen Herrscher aus Algier verjagte, das er nunzu seinem Fürstensttz wählte und zum Ausgangspunkt seiner Raub-züge machte. Barbarossa, der sich die Unterstützung der osmanischenPforte für gewisse Fälle sichern wollte, hatte sich schon Selim I.unterworfen, und dieser Sultan hatte ihm den Säbel, das Pferdund die Trommel, die Zeichen der Würde eines Sandschak oderStatthalters einer Provinz, übcrschickt. Vor dem Antritt seines Feld-zuges gegen Persicn rief Suleiman Chair-Eddin nach Constantinopel,überschüttete ihn mit Geschenken und Ehrenbezeigungen, ernannte ihnzum Kapudan-Pascha oder Groß-Admiral, stellte ihm unermeßlicheSummen und seine Werfte zur Verfügung, und beauftragte ihn,Kriegsschiffe zu bauen. 1834 verließ Barbarossa das goldene Hornmit achtzig Segeln, verwüstete die Küste Italiens, und seine Er-scheinung in jenem Meere verbreitete Schrecken bis Sizilien, Neapelund sogar Rom; dann wendete er sich gegen Tunis und bemächtigtesich dieser Stadt im Namen des Padischah von Constantinopel. Seitlänger als 600 Jahren herrschte in Tunis die Dynastie der Veni-Haf; der Sultan, den Barbarossa entthronte, hieß Mulci-Hassan.Aber Chair-Eddin blieb nicht lange im Besitz von Tunis; 1635 griffihn Karl V. mit fünfhundert Fahrzeugen an; der Kaiser bemächtigtesich des Forts Golctta, das für den Schlüssel der Stadt gilt, undzog als Sieger in Tunis ein. Seine Soldaten ließen 30,000 derEinwohner, Seeräuber, wie die von Algerien, über die Klinge springen,und setzten 25,000 Christensklaven in Freiheit.
Barbarossas kriegerische Thätigkeit hatte bald die Küsten derBcrberei in dem Sultan unterworfene Provinzen verwandelt. Ebensoverdankte Suleiman Chair-Eddin die Einverleibung von mehr als20 Inseln des griechischen Archipels, die früher der Republik Venediggehört hatten, in seine Staaten.
Während Barbarossa im Mittelmeere die christlichen Flottenschlug, verbreitete Suleiman Pascha, Statthalter von Aegypten,Schrecken bis in das ostindische Meer, besiegte die Portugiesen, be-lagerte und eroberte die Stadt Diu, und unterwarf die arabischenFürsten an den Küsten des rothen Meeres der osmanischen Herrschaft.