Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Suleiman der Prächtige.

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Zapolya's Tod gab den Anlaß zu einem neuen Kriege mitOesterreich. Ferdinand siel in Ungarn ein, und bemächtigte sich einesTheils der Besitzungen des Vasallen der Pforte. Sogleich erschienSuleiman, schlug Ferdinand, vereinigte halb Ungarn mit dem Türken-reich, und schloß den Frieden von 1547, den Oesterreich theuererkaufen mußte.

Werfen wir nach dieser Schilderung des glorreichen Eroberersnoch einen Blick in das innere und häusliche Leben des großen Sultans.

Gräßliche Familicnercignissc befleckten den kaiserlichen PurpurSulciman's mit Blut. In seinem Serail, dem Brennpunkt allerRänke und Wollüste, befanden sich zwei Frauen, Nebenbuhlerinnen, dieeine eine Tscherkessin, deren Name die Geschichte nicht aufbewahrthat, die andere die berühmte Roxelane. Ihr Einfluß auf Suleimanwar unbeschränkt. Dieser Fürst, der während seines Lebens die halbeWelt beherrschte, ließ sich im Innern seines Serails von Roxelane,seiner frühern Sklavin, die, nachdem sie den Beherrscher der Gläu-bigen zum Vater von vier Söhnen gemacht hatte, Sultana gewordenwar, wie ein Kind leiten. Die erwähnte Tscherkessin hatte zuersteinen Thronerben geboren, Mustapha, einen Prinzen, der durchseine Schönheit wie durch seinen Geist gleich bemerkenswert!) war.Angebetet vom Volke und vom Heere, war Mustapha die Hoffnungdes Reichs. Die Söhne Noxelanens hießen: Selim, Mohamed,Bajazet und Dschehangir. Der zweite dieser Prinzen starb 1543.Suleiman, der ihn mehr liebte, als alle andern Kinder, schluchztelaut, als er die Nachricht von seinem Tode in der Mitte seines sieg-reichen Heeres auf den Ebenen Ungarns empfing. Bei dieser Gele-genheit ließ der Sultan eine Prächtige Moschee bauen, und schenkte4000 Christeusklaven die Freiheit; eine edle Art, eine theure Erin-nerung zu feiern, und würdig des väterlichen Schmerzes eines all-mächtigen Kaisers! Aber durch einen der Widersprüche, welche nurdie schreckliche türkische Politik erklärt, wurde derselbe Vater einigeJahre später der Henker fast aller seiner noch lebenden Kinder.

Als Erstgeborner mußte Mustapha nach Suleiman den Thronbesteigen. Roxelane hatte andere Pläne. Der Wessir Ibrahim Paschaerrieth dieselben, und traf alle Vorsichtsmaßregeln, damit Mustaphanichts Böses geschähe. Ibrahim war für die Ausführung der PläneNoxelanens ein Hinderniß. Sie überredete Suleiman, daß sein Wessirein Vcrräther sei, und Suleiman opferte seinen Minister. An dessenStelle gelangte durch ihren Einfluß der ihr ganz ergebene RustemPascha. Dieser verstand es, dem Sultan Argwohn gegen Mustapha