Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentrmnung.

an: „Es war ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes!"Der jugendliche Feldherr glich Karl V. im Acußcrn, im Genie undin der Thätigkeit, und er besaß, was seinem Vater fehlte, Redlich-keit, Güte, Offenheit und Großmuth. Er starb drciunddreißig Jahrealt auf seiner Siegeslaufbahu in den Niederlanden, wie man behauptetan Gift, ihm gereicht auf Befehl seines auf seinen Ruhm eifersüch-tigen Bruders, des finstern und grausamen Philipp's II. Der Helddes Katholicismus wollte seinen Sieg vom 7. Oktober verfolgen;er wollte sich gegen Constantinopel wenden und den Türken Cypcrnund Nhodus wieder entreißen, was in diesem Augenblicke nicht schwerwar, denn der Feind konnte ihm keinen Widerstand leisten. Wor-ein Befehl des Königs von Spanien und die unter den Verbündetenausbrechende Zwietracht legten seinem Muth Fesseln an und vereitel-ten seine Eroberungspläne.

Von den ersten Krenzzügen an bis zu der Expedition von 1571,die ebenfalls ein Kreuzzug war, hatten die Ehristen selten ihre Sfegezu benutzen gewußt; sie verstanden nur zu siegen und der Ruhmschien ihnen genug zu sein.

Die Flotte Don Juan's trennte sich und kehrte in die abendlän-dischen Häfen zurück und der Großwcssir Mohammed Sokolli, ein alterWaffengcfährte Suleiman's und während der Regierung Selim's II.eine der Säulen des osmanischen Reichs, konnte jetzt zu dem Consulvon Venedig in Constantinopel sagen: „Durch die Eroberung Cypernshaben wir Euch einen Arm abgeschnitten; durch die Vernichtungunserer Flotte habt Ihr uns bloß den Bart geschoren; aber ein ab-geschnittener Arm wächst nicht von Neuem, während ein abgcschorencrBart mit größerer Kraft wiederkehrt."

Der Vergleich war so originell, wie treffend; ein Jahr nach derSchlacht von Lepanto zeigte sich eine neue türkische Flotte im goldenenHorn und im Bosporus. Aber wenn auch der Verlust an Menschenund Schiffen bald ersetzt war, so hat sich die Türkei von dem in dcrSchlacht von Lepanto erlittenen Schlag doch nie wieder erholt. Sieverlor an diesem Tag das moralische Uebergewicht, welches seitVierthalb Jahrhunderten ihre Kraft war. Durch keinen Sieg hat sieihre Fahnen von der Schmach reinigen können, die Don Juan vonOesterreich am 7. Oktober 1571 ihr zugefügt hat. Seit jenem Tagebis heute ist das türkische Reich allmählig gesunken und seine gegen-wärtigen Rcformversuche können seine Schwäche nicht verhüllen.