Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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l. Zeitalter der Kirchentrcnnung.

dingten Vorzug einräumtc. Viele Große gcriethcn durch den Ver-lust früherer glänzeudcr Stellungen in gedrückte Vermögensverhältnisse.Um so lebhafter ward dieß gefühlt, da der Bürgerstand, durch Handelreich, den Adel in Schatten stellte. Außerdem fand die Unzufrieden-heit noch andere Nahrung in der Angedrungenen Religionsncucrung,die namentlich von Frankreich her durch die Hugenotten gestärkt ward.

Nachdem Philipp etliche Jahre in den Niederlanden verweilthatte, gedachte er an seine Rückkehr nach Spanien. Ohne Zweifelfühlte er schon damals, daß er wahrscheinlich dieses Land nie wieder-sehen werde; denn er traf so ausgedehnte und vorsichtige Maßregeln,daß die Ruhe des Landes während seiner Abwesenheit in einer minderbewegten Zeit durch nichts gestört worden wäre. Im August 1559berief er die Stände nach Gent, unterrichtete sie von seiner nahenAbreise und ordnete die Regierung folgender Maßen. Seine SchwesterMargarctha, Herzogin von Parma, ernannte er zur Statthaltern:und stellte ihr einen Staatsrath zur Seite, um über alle wichtigenAngelegenheiten zu entscheiden. Die Mitglieder dieses Raths warenAnton Perrenot, Bischof von Arras und später Cardinal vonGranvclla, Viglins von Aytta, später Bischof von Gent, derGraf von Barlaymont, Wilhelm von Nassau, Prinz vonOranien, Lamoral, Graf v on Egmo nt, Philipp vonMont-morency, Graf von Hoorn. Noch zwei andere Nathskollcgienwurden ernannt unter dem Namen des Finanzraths und des geheimenRaths. Außerdem gab der König jeder Provinz einen Ritter desgoldenen Vließes zum Gouverneur.

Nachdem er so die Regierung geordnet hatte, nahm er Abschiedvon der Statthaltern: Margaretha und von den Ständen, ihnenwiederholt die Sache der katholischen Religion empfehlend und schifftesich endlich am 26. August 1559 nach Spanien ein.

Vor seiner Abreise, in dem Augenblick, wo er den belgischenEdelleuten Lebewohl sagte, warf er Wilhelm von Oranien mit bitternWorten vor, er sei die Ursache der Widersetzlichkeit der Stände.Dabei drückte er ihm so heftig die Hand, daß dieser deutlich sehenkonnte, Philipp II. würde tiefen Groll gegen ihn bewahren.

Ehe wir nun die nachfolgenden Ereignisse erzählen, ist es noth-wendig, diejenigen Personen zu schildern, welche die Hauptrollen indem Drama des Abfalls gespielt haben.

Margaretha von Parma, jetzt Statthaltern: der Niederlande,war die natürliche Tochter Kaiser Karl's und eines Bürgermädchens,Margarctha von der Geest.