Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Abfall der Niederlande.

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die im Heere dienten, durch anhaltende Opfer, die sie brachten, ver-armt. Da hingegen der Wohlstand den Bürgern erlaubte, ungemeinePracht zu zeigen, so hatte der Adel geglaubt, diese Pracht übertreffenzu müssen, und steckte dadurch tief in Schulden. Das Ende desKrieges hatte unzählige Edelleute in Unthätigkeit versetzt, die nunnach Aemtern und Würden strebten, und, da sie diese nicht erhaltenkonnten, den König der Undankbarkeit beschuldigten, und mit allenihren Forderungen und ihrer Unzufriedenheit der Statthalterin undGranvella zur Last fielen. Eine andere Ursache zur Unzufrie-denheit gab den Niederländern die fortdauernde Anwesenheit spanischerTruppen.

Es verdroß Jeden, daß die spanischen Soldaten, trotz dem vondem Könige gegebenen Versprechen, sie zurückzuziehen, in Belgienblieben. Das wüste Betragen dieser Leute, ihre Raubsucht und ihrUebermuth trugen nicht wenig dazu bei, die allgemeine Unzufriedenheitzu erregen und zu vermehren. Von allen Seiten drangen so bittereKlagen zu der Statthalterin, daß sie sich vornahm, in den König zudringen, um die Abberufung der spanischen Truppen zu erlangen.Während die Gemüther also beunruhigt waren, und man das Volkheimlich gegen den König aufhetzte, erfuhr man Plötzlich aus Spanien,daß Philipp II. im Laufe des Jahres 1559 päpstliche Bullen zurErrichtung einer Anzahl neuer Msthümer in den Niederlandenerhalten habe.

An und für sich betrachtet wurde diese Maßregel durch die Vorsichtgeboten. Bei des Königs Abreise bestanden nur fünf Msthümer inden Niederlanden: Utrecht, Lüttich, Tournay, Arras und Cambray.In früheren Zeiten, als die herrschende Religion noch nicht feindlichenAngriffen preisgegeben war, mochte diese Zahl hinreichend sein; jetzt,wo die Reformation von allen Seiten langsam und beinahe unmerk-lich in das Land eindrang, Geistliche über einzelne Punkte des Gottes-dienstes stritten, und ärgerliche Zuchtlvsigkeit, Unmäßigkeit, sich indas Klosterlebcn Angeschlichen hatte, mußte die Zahl der natürlichenWächter des Glaubens und der Oberhirtcn des Klerus vermehrtwerden, wollte man anders nicht bloß der Reformation, sondern auchIrrungen in der katholischen Kirche den Zugang wehren. DasSchlimme dieser Maßregel lag daher nicht in ihrem Zwecke, dergewiß lobenswert!) war, sondern in der despotischen Form, welche ihrPhilipp gegeben hatte. Ohne die Stände, die Geistlichkeit, die Edel-leute oder das Volk nur im Mindesten auf eine so durchgreifendeAenderung vorzubereiten, ward die Maßregel erst bekannt gemacht,

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