Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentrennung.

als sie bereits von dem Könige beschlossen, und von dem Papstegenehmigt war. Diese Ueberraschung in Zeiten der Unzufriedenheiterweckte ein böses Mißtrauen, und lockerte den Boden, in welchendie Reformatoren ihre Saaten streuten. Ein Theil der Geistlichkeitselbst klagte heftig über die Ernennung der neuen Bischöfe, weil derKönig für gut befunden hatte, ihnen die Einkünfte der reichstenAbteien anzuweisen, und dadurch die Rechte der Abteien und derKlöster kränkte.

Die Aithänger der neuen Lehre versäumten nicht, Alles zumNachtheile des Fürsten zu deuten, und daraus Nutzen zu ziehen fürdie Verbreitung der Reformation. Sie redeten dem Volke ein, daßmit den neuen Biscköfcn die spanische Inquisition eingeführt werdenwürde, und da diese den Niederländern großen Schrecken und tiefenAbscheu einflößte, so steigerten sie dadurch das Mißvergnügen auf'sAenßerste.

Unter dem Einflüsse Wilhelm's von Oranien begannen die Edel-leute sich gegen Granvella zu verbinden, der jetzt als Cardinal undErzbischof von Mccheln durch seine hohe Stellung und übergroßePracht ihnen noch mehr im Wege war, als früher. Wilhelm vonOranien war es freilich nicht um den Cardinal zu thun. Sein da-mals noch versteckter Plan dehnte sich viel weiter aus, und mußte,wenn er ausgeführt werden sollte, eine Umwälzung in Staat undKirche veranlassen. Jetzt richtete er die Aufmerksamkeit der Edelleutenoch allein auf die Anwesenheit der spanischen Soldaten und gegenGranvella, den einzigen Mann, der die Macht und Klugheit besaß,seine Absichten zu durchschauen und möglicherweise zu vereiteln.

Die Anstellung der Bischöfe fand sehr langsam statt, theils weildie Städte Widerstand leisteten, theils auch weil die Statthaltern:verlangt hatte, daß eine Ausfertigung an den König gesendet würde,die ihm den Stand der Dinge hinsichtlich der Bisthümer darstellte.

Im Jahre 1561 rief der König endlich die spanischen Soldatenaus den Niederlanden zurück, und räumte dadurch eine der größtenUrsachen zur Unzufriedenheit aus dem Wege. Man sollte glauben,dieß hätte die Gemüther beruhigt, aber es fand gerade das Gegen-theil statt. Die Anhänger der neuen Lehre, die dadurch mehr Freiheiterhielten, erhoben das Haupt und begannen kühn sich zu zeigen.Granvella, welcher sich dem Abzüge der spanischen Soldaten wider-setzt hatte, war jetzt ohne Unterstützung den Angriffen des Adelspreisgegeben. Man begann gegen ihn Pasquille zu verbreiten, undda er das Haupt der Regierung war, trugen dieselben nur dazu bei,