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I. Zeitalter der Kirchentrcnnung.
und sein Anhang zn Herren aller Macht und alles Einflusses machten,nicht ohne die Staatsangelegenheiten in die größte Verwirrung zubringen. Jeder wollte nur für seine Interessen sorgen. Man ver-kaufte Aemter, verschenkte Abteien und griff des Königs Einkünftean, als ob das Land durchaus ohne alle Regierung sei. Zur selbenZeit war der Statthaltcrin außerordentlich geschmeichelt, und sie, einWeib, verwarf den Rath des klugen Viglins d'Aytta, der sie aufdas, was ihre Schmeichler beabsichtigten, aufmerksam machte.
Alle Ursachen zur Unzufriedenheit schienen jetzt aus dem Wegegeräumt, doch hetzte man heimlich das Volk, wie es sich erwartenließ, immer mehr gegen den König. Man sprach von Inquisition,Scheiterhaufen und Folter und verbreitete das Gerücht, daß Granvella,obgleich fern, noch großen Einfluß auf die Regierung übe, und daßbinnen Kurzem ein spanisches Heer in den Niederlanden die Inqui-sition mit Gewalt einführen werde.
Solche Gerüchte begünstigten die Verbreitung der neuen Lehreaußerordentlich; auch traten hier und dort calvinistische Predigeröffentlich auf. Die Mehrzahl des Adels war damals gewiß nichtfeindselig gegen die katholische Religion gesinnt: sie glaubte nur gegenden Einfluß der Spanier zu kämpfen, aber ihr Führer Wilhelm vonOranien wußte sehr wohl, was er that uud wollte.
Als im Staatsrathc erwogen wurde, ob man gegen die Ver-breiter der neuen Lehre nicht nach der Strenge der Gesetze verfahrensolle, brachte er es dahin, daß man die Zwangsmittel fahren ließ.An einigen Orten bemühte sich die Obrigkeit, Kaiser Karl's Gesetzegegen die Ketzer auszuführen, aber ihr Ansehen hatte so gelitten, daßdie Schuldigen mitunter durch Gewalt wieder befreit wurden.
Während dieß Alles zusammentraf, um den Zustand der Dingezu verschlimmern, kamen einige der kühnsten Edelleute auf den Ge-danken, sich eidlich zu einem mächtigen Bunde zu vereinigen.Philipp von Marnix, Herr von St. Adelgondc, setzte dasEidesbündniß (Compromiß) auf, und unterzeichnete es mit eilf seinerGenossen. Einige Tage später setzten vierhundert Edelleute ihreNamen darunter. Oranien, Egmont und Hoorn unterschrieben jedochaus geheimen Gründen nicht.
Sobald das Volk Kunde von dem Bündnisse des Adels erhielt,kannte die Kühnheit der Neuerer keine Gränzen mehr, da sie nununter dem Schutze der vornehmsten Herren des Landes zu stehenglaubten. Der Prinz von Oranien verließ den Hof der Statthaltcrinund zog nach Breda, wo man kurz darauf eine Bittschrift aussetzte,