Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Der Herzog von Alba.

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Willen, sich von den Freunden zu trennen, die ihn irregeführt hatten.Gleiche Gründe wurden zum Besten des Grafen von Hoorn ausge-stellt; aber umsonst. Man verurtheilte Beide, durch Henkers Handzu sterben.

Die unglücklichen Grafen wurden unter dem Geleite von 3000spanischen Soldaten aus ihrem Kerker zu Gent nach Brüssel geführtund dort im Brodhause eingesperrt. Zwei Tage später kam derBischof von Npern, Martin von Rithoren, in der Nacht zu ihnen,las ihnen das Todesurtheil vor und sagte ihnen zugleich, daß erihnen priesterlichen Beistand leisten würde, sich zu dem letzten Gangezu bereiten. Der Graf von Egmont beklagte sich anfangs über seinSchicksal und die geringe Erkenntlichkeit, die man ihm für seine er-wiesenen Dienste zeige. Bald daraus aber tröstete er sich, empfingandächtig die Tröstungen der Religion und erwartete ergeben sein Ende.

Er schrieb einen Brief, um seine Frau und seine eilf Kinder derGunst des Königs zu empfehlen, und brachte den übrigen Theil derNacht im Gebete zu. Der Graf von Hoorn empfing sein Urtheilmit außerordentlicher Unerschrockenheit und zeigte sich zuerst weniggeneigt, des Bischofs Beistand anzunehmen; zuletzt folgte er aberEgmont's Beispiele.

Am 5. Juni 1668 stund das Schaffet vor dem Stadthause zuBrüssel aufgerichtet; 22 Fähnlein spanischer Soldaten umringen es,die Bürger fern zu halten. Um 10 Uhr Morgens besteigt GrafEgmont mit dem Bischof von Dpern das Schaffet, küßt das vondemselben ihm vorgehaltene Crucifix, empfängt die heilige Oelung

und legt das Haupt auf den Block. Der Henker schwingt das Beil_

Thränen stürzen aus den Augen des Volkes .... das edle Hauptfällt .... der niederländische Ritter ist nicht mehr! Sein Genosse,der Gras von Hoorn, folgt ihm. Das Schwert blitzt zum zweitenMale. Das Volk eilt seufzend und weinend, aber sprachlos undfurchtsam nach Hause — Alles wird still auf dem Markte .... Esist geschehen! >)

Diese eben so unpolitische wie unmenschliche und nutzlose Hin-richtung war höchst schädlich für den König, die Religion und das

1) Ueber dieses Ende der beiden Grafen bemerkt Leo (Niederländ. Gesch. II,454.) treffend: „Egmont und die, welche ähnlich dachten nnd handelten, wußtennicht, daß jede Revolution einen innern geistigen Verlauf hat, nnd daß man dieRichtung, in welcher sie sich bewegt, entweder ganz brechen oder mit ihr fortgebenmuß, daß aber Alle, die auf mittleren Stufen des Verlaufes Rast machen mochten,unfehlbar dem Verderben selbst verschrieben sind."