Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Äirchmtreimung.

Vaterland, und man kann sie als eine der hauptsächlichsten Ursachender Trennung der nördlichen und südlichen Niederlande betrachten.Egmont war über die Maßen bei dem Volke beliebt wegen des freund-lichen Wesens und des Kriegsruhms, den er den niederländischenWaffen erworben hatte. Die Katholiken sahen in ihm einen mäch-tigen Vertheidiger des Glaubens, und das wäre er auch in der Thatgewesen und geblieben, hätte nicht ein grausames Urtheil sein Lebenzerstört. Von nun an erzeugte sich ein unversöhnlicher Haß in denHerzen der Niederländer gegen Alba, und im Stillen warf ihm Mancherden Namen Bluthund zu; die Geusen, die sich in Holland auf-hielten, und dort unter Ludwig's von Nassau Befehl bereits mit ab-wechselndem Glücke gegen die Spanier gckämpft hatten, vermehrtensich allsehnlich durch die zunehmende Auswanderung der Belgier, undAlles zeigte deutlich, daß der Herzog von Alba durch seine unberechneteStrenge das Schicksal der Niederlande in die Wagschale werfe.

Die deutschen Fürsten, deren viele mit den Häusern Egmont undHoorn verwandt waren, crschracken, als sie die Enthauptung so vor-nehmer Edelleute erfuhren; sie zeigten sich bereit, Wilhelm von Oranienmit Geld und Truppen zu unterstützen, und dieser, der jetzt Ursachehatte, offen die Waffen zu ergreifen, bildete ein Heer, das sich baldauf 20,000 Mann bclicf. Mit dieser Macht drang er in das Lim-burgische ein, während sein Bruder Ludwig von Nassau mit einemandern kleinen Heere in Holland das Feld behauptete. Als derHerzog von Alba Wilhclm's Ankunft vernahm, zog er zuerst gegenLudwig, und schlug denselben am 21. Juli 1568, ihn so heftig ver-folgend, daß er ihn zwang, in die Ems zu springen, und sich durchSchwimmen zu retten. Darauf ging Alba nach Limburg und wußtedort so geschickt der Streitmacht Wilhclm's von Oranien. Abbruch zuthun und sie zu beschäftigen, daß endlich der Winter und der Mangelan Geld die Geusen zwang, das Feld zu verlassen und nnvcrrichteterSache auseinander zu gehen. Der Herzog von Alba ließ sich zurErinnerung an diesen schönen Feldzug ein Standbild von Bronze inder Citadelle von Antwerpen errichten.

Als Philipp II. den Herzog von Alba mit einem Heere nachden Niederlanden sandte, erwartete er einen gemächlichen Sieg undeine unmittelbare Unterwerfung aller niederländischen Provinzen. OhneAlba's grausame Rechtspflege würden sich auch seine Hoffnungenwohl verwirklicht haben; aber jetzt, da der Herzog die Sachen ver-dorben hatte, sah es ganz anders aus. Das spanische Heer kostetedem Könige ungeheures Geld; sein Schatz war erschöpft, und dem-