Der Herzog von Alba.
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ungeachtet forderte die Unterhaltung von Alba's Streitmacht wiedereinige Millionen Gulden. Die Niederlande selbst trugen wenig ein,da die reichsten Kaufleute nach England und Deutschland gezogen,und alle Zweige der Industrie bei der herrschenden Angst in Verfallgerathen waren. Obendrein beraubte der allgemeine Haß, dessenGegenstand Alba war, ihn aller Hülfe. Jeder verhielt sich leidend,schwieg und harrte betrübten und ängstlichen Herzens. Die Erbauungder Citadellen und Festungswerke kostete auch beträchtliche Summen,und der Statthalter schrieb immer dringender um Geld nach Spanien.Da kam man in Madrid auf den Gedanken, daß die Niederlandeselbst die Kosten des Krieges tragen sollten. Jeder Niederländer solleden hundertsten Theil vom Werthe seines Vermögens aufbringen;von nun an und in Zukunft überhaupt solle bei jedem Verkaufe vonallen unbeweglichen Gütern der zwanzigste Theil des Ertrages anden Reichsschatz gezahlt werden, und von allen Waaren, beweglichenGütern und Lcbcnsmittcln der zehnte Theil. Man nannte dieß denhundertsten, den zwanzigsten und den zehnten Pfenning.
Alba versammelte die allgemeinen Stände des Landes zu Brüsseluud theilte ihnen des Königs Verlangen mit. Großer Schreckenzeigte sich in der Versammlung, und Jeder erhob seine Stimme gegendie geforderten Abgaben, vorzüglich aber gegen die Erhebung deszehnten Pfennings. Beredte Männer bewiesen, daß der gänzlicheUntergang des Handels und der Industrie unvermeidlich sein würde,da kein niederländischer Kaufmann oder Fabrikant seine Waaren nachandern Ländern würde führen können, indem dieselben mitunter drei-oder viermal in Folge des Umsatzes den zehnten Pfenning zu be-zahlen hätten, und daß die Industrie, namentlich die Tuchweberei, dabeiunmöglich bestehen könnte, indem der Preis der Rohstoffe durch An-kauf und Verkauf jedesmal um den zehnten Theil erhöht werden würde.
Diese Gründe waren so gewichtig, daß die treuesten Freundedes Königs gegen die Annahme der neuen Abgabe sprachen. Albazeigte sich sehr aufgebracht über diesen Widerstand und drohte heftig,doch vermochte er nicht die Stände zur Einwilligung zu bringen.Endlich begnügte er sich mit zwei Millionen Gulden, welche ihm dieVersammlung zugestand, und schob die Erhebung des zwanzigsten undzehnten Pfennings auf.
Als die Kunde von dem Geschehenen in Madrid anlangte, zürnteder König seinem Statthalter sehr, den er der Schwäche beschuldigte.Doch ließ er die Dinge, wie sie waren, ohne auf die Erhebung derneuen Abgaben zu dringen.
Schöppner, Charakterbild!,.. III.
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