Der Herzog von Alba.
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Die Stande sandten Abgeordnete nach Spanien, um sich über denEingriff in ihre Rechte bei dem Könige zu beklagen und die Auf-hebung der neuen Abgaben zu verlangen, was sie auch spater (1572)durchsetzten. Unterdessen führte der Herzog sein Vorhaben aus, undließ namentlich in Brüssel, wo sich die meisten Beamten und einebedeutende Kriegsmacht befanden, den zwanzigsten und den zehntenPfenning mit Strenge erheben, aber die Brüsseler leisteten kräftigenWiderstand, die Gilden hörten auf zu arbeiten, die Läden wurdengeschlossen und Niemand kaufte oder verkaufte Waaren, so daß dieHoffnung des Herzogs vereitelt wurde. Dieser, erzürnt, schickt sichan, furchtbare Rache zu nehmen, als plötzlich die Nachricht eintrifft,daß die Wasscrgeuscn sich der kleinen, aber festen Seestadt Brietbemächtigt hätten. Der Herzog ließ augenblicklich seine Rache fahrenund sandte eiligst Truppen unter Maximilian von Bossu dorthin,um die Wasserzeichen aus Briel zu treiben. Wilhelm Wander-in arke hatte sich aber dort bereits festgesetzt, so daß er die Spanier,denen er einige Schiffe verbrannte, zwang, die Belagerung aufzu-geben. Dieß war das Zeichen zum Abfall für viele holländischeStädte, die sich plötzlich für die Geusen gegen Spanien erklärten.
Während nun die Geusen in Holland Alba's Macht so großenAbbruch thaten, zog Ludwig von Nassau mit einigen französischenprotestantischen Truppen über die südliche Gränze und überrumpelteBergen (Mons) im Henncgau. Alba zog ihm persönlich entgegenund schlug Hülsstruppen, die ihn entsetzen wollten. Unterdessen zogWilhelm von Oranicn aus Deutschland nach Limburg undBrabant mit mehr als 20,000 Mann, und besetzte binnen Kurzemviele Städte. Obendrein verbreitete sich jetzt das Gerücht, daß Co-lignp sich anschicke, mit einem beträchtlichen Heere in die Nieder-lande einzufallen. Auf allen Seiten sah sich also der Herzog vongefährlichen Feinden umringt, und vielleicht würde es ihm nicht ge-glückt sein, die spanische Herrschaft vor dem Untergänge zu bewahren,hätte ihn nicht ein unerwarteter Vorfall aus der unangenehmen Lagegerettet.
Am 24. August 1572, dem St. Bartholomänstage, wurden dieHugenotten in Paris und in vielen Städten Frankreichs überfallenund ermordet. Dieß beraubte die Geusen der Hülfe, welche sie ausFrankreich erwartet hatten. Wilhelm von Oranien, der bis Bergenvorgedrungen war, konnte seine Truppen nicht länger bezahlen, undhatte große Mühe, seine Befehle ausgeführt zu sehen. Auf der an-deren Seite cntmuthigte ihn die Ueberzeugung, daß Belgien seiner
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