Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Die Bartholomäusnacht.

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junge König wich dem Ansehen und den Bitten seiner Mutter; einigeStunden lang vertheidigte er den Admiral, gegen Abend aber verließer das Zimmer in heftiger Bewegung, und rief: er hoffe, es werdeKeiner am Leben bleiben, der ihm in der Folge eine so schändlicheThat vorwerfen könnte. Vier Stunden waren verstrichen, seit derPlan in Ordnung gebracht, und die nöthigen Befehle gegeben waren,zwei fehlten noch zu der festgesetzten Zeit. Unter diesen Umständenzu schlafen, war unmöglich, und der König, seine Mutter und seineBruder begaben sich auf einen Balkon, wo sie den gestirnten Himmelbetrachteten, und des Ausgangs harrten. Kurz vor dem bestimmtenAugenblick unterbrach der Knall einer Pistole das Schweigen derNacht. Sie bebten entsetzt zusammen, ihre Entschlossenheit verließ sie,und es ward ein Bote mit Gegenbefehlen abgesendet. Jetzt aber ertöntedie Glocke von St. Germain l'Aurerrois; der Herzog von Guise drangmit dreihundert Mann in das Haus des Admirals, lind der Leich-nam dieses Unglücklichen ward durch das Fenster in den Hof gestürzt;vom Parlamentshause erscholl sofort die Sturmglocke; der Herzogvon Revers und der Marschall von Tavannes sprengten mit denGarden durch die Straßen und riefen: „Verrath;" bewaffnete Bürger-kompagnien eilten unter ihren Führern zu dem blutigen Werke; undder durch das Beispiel der Höhern und die beunruhigendsten Gerüchteaufgereizte Pöbel übertraf noch die Grausamkeit derer, die das Mordenbegonnen hatten.

Von den Opfern der Wuth hatten Jene, die in der VorstadtSt. Germain schliefen, hinreichende Zeit zur Flucht; Andere fandenSchutz bei ihren Freunden und Verwandten; aber viele beiderleiGeschlechts, nicht bloß solche, die der Hof geächtet hatte, sondern auchLeute aus den niedrigsten Ständen, und Katholiken sowohl als Pro-testanten, wurden durch die blinde Rache des Pöbels gemordet. ErstNachmittags ließ Karl unter dem Schalle der Trompeten Jedermannbei Todesstrafe befehlen, nach Hause zu gehen, und sich aller Gewalt-thätigkeiten zu enthalten. Das Blutbad war viel größer, als manvorher gesehen, selbst seine Urheber erstarrten vor der Menge der Todten.

Noch am nämlichen Tage wurden Befehle an die Gouverneureder Provinzen abgesendet, um die Wiederholung solcher Gräucl zuverhindern, und Jedermann bei Todesstrafe zu verbieten, Andere mitden Waffen in der Hand zu insultiren. Was später vorfiel, erregtejedoch den Verdacht, diese Befehle seien bloß zum Schein erlassenworden. Die Pariser Blutseenen wurden zu Orleans, Lyon, Nouen,Toulouse und Bordeaux wiederholt, und da der Hos die Leidenden