Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Die Armada,

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Fünf Jahre lang hatte Philipp gezaudert, plötzlich verwandelteseine Behutsamkeit sich in Verwegenheit. Der Marquis den Santa Cruzhatte auf die Gefahr aufmerksam gemacht, eine enge stürmische Seezu befahren, ohne einen einzigen Hafen zum Schutz der Flotte zubesitzen; der Herzog von Parma hatte um Erlaubniß gebeten, vor-dem Abgang der Expedition Vließingen zunehmen, und Sir WilhelmStanley hatte die Besitznahme von Irland als eine Maßregel ange-rathen, die unerläßlich sei, um die Eroberung von England zu sichern.Allein der König wollte keinen Aufschub mehr gestatten. Der Papsthatte ihn benachrichtigt, von seiner Seite sei Alles bereit, das Geldsei beisammen, die Depositions-Bulle unterzeichnet und die Bestallungdes Legaten ausgefertigt; doch werde er sich durch keinen öffentlichenSchritt kompromittircn, so lange er nicht die Gewißheit habe, daßdie Spanier festen Fuß in England gefaßt hätten. Sofort erließPhilipp die gemessensten Befehle an den Admiral, in See zu stechen,und an Farnese, das Heer bereit zu halten und es beim ersten Er-scheinen der Flotte an der flandrischen Küste einzuschiffen. AberSanta Cruz lebte nicht mehr; er war das Opfer des Eifers gewor-den, mit dem er die Ungeduld seines Monarchen zu befriedigenstrebte, und an seinen Platz trat, ohne ihn zu ersetzen, der Herzogvon Medina Sidonia, der gleich dem Lordadmiral von Englandgar keine Kenntniß von: Sccdicnste besaß. Unter diesen: neuenFührer verließ die Armada den Tajo. Der imposante Anblick er-regte die schmeichelhaftesten Erwartungen, und jedes Herz klopftevoll Hoffnung auf Sieg und Eroberung. Binnen zwei Tagen wardie Täuschung zerronnen. Auf der Höhe des Cap Finistcrre ver-wandelte sich der sanfte Südwind in einen Sturm aus Westen, dieArmada ward längs der galicischen Küste zerstreut, drei Galeerenstrandeten an der Küste Frankreichs, acht wurden entmastet und keinSchiff entkam ohne starke Beschädigung. Die zersplitterte Flottewieder zu sammeln und auszubessern, hielt den Herzog drei Wochenauf der Nhede von Corunna zurück.

Elisabethen war dieser Unfall als die Vernichtung der Armadaund das Ende der Expedition angekündigt worden. Vernahm sie esmit Freude, so vergaß sie auch nicht der gewohnten Sparsamkeit,sondern befahl dem Lvrdadmiral, sogleich die vier größten Schiffeder königlichen Marine abzutackeln. Zum Glück hatte er den Muth,nicht zu gehorchen, sondern erbot sich, die Kosten aus Eigenem zutragen und segelte nach der Bai von Biseaya, um sich gründlichvon dem Zustande der spanischen Flotte zu überzeugen. Aber ein