Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentremmng.

scharfer Südwestwind zwang ihn zur Rückkehr; der Feind benütztedenselben Wind, um von Corunna auszukaufen und kaum warendie Engländer auf der Rhcdc von Plymouth vor Anker gegangen,so erschien der Herzog von Medina Sidonia auf der Höhe vonLizardpoint. Hier berief er die erfahrensten Kapitäns zum Kriegs-rath. Sie ricthcn einstimmig zu dem kühnen, aber entscheidendenSchritte, auf die Engländer loszugehen und sie anzugreifen, währendsie vor Anker lagen; allein der Admiral zeigte seine Instruktionenvor, die ihm streng verboten, Feindseligkeiten anzufangen, so langedas flandrische Heer nicht glücklich auf der englischeil Küste an's Landgesetzt sei. Ungern gehorchten sie; die Armada bildete einen halbenMond, dessen Spitzen einige Meilen von einander abstanden undsegelte bei gelindem Südwestwinde stolz in den Kanal. Es war einprachtvoller imposanter Anblick. Die Größe der Schiffe, die unge-wohnte Bauart der Galeassen, ihre hohen Vordertheile und Castelle,ihre langsame, majestätische Bewegung, erfüllten die Zuschauer mitBewunderung und Schrecken. Der Lordadmiral hatte schon seinenPlan entworfen. Seine Schiffe standen hinsichtlich der Größe undder Geschütze den feindlichen nach, übertrafen sie aber an Schnelligkeitund Gewandtheit. Sich ihnen geradezu entgegen zu stellen, hätte ge-fährlich werden können, aber er konnte ihnen folgen, sie aus der Fernebeunruhigen und dadurch aufhalten, daß er die langsamern Segel angriffund die Nachzügler abschnitt. Ehe zwei Stunden vergingen, eröffneteer eine lebhafte Kanonade mit Ricaldcz, der die Nachhut befehligte undzwang den Herzog, demselben mehrere Schiffe zu Hülfe zu senden.

In diesem Gefecht litt keine von beiden Flotten beträchtlich;aber während der Nacht steckte ein flamändischer Kanonier, dem seinKapitän Feigheit oder Verrath vorgeworfen hatte, aus Nachsuchteine Galeere in Brand; eine zweite, die zufälliger Weise einen Mastverloren hatte, blieb zurück und ward nach hitzigem Widerstände ge-nommen und eine dritte, die sich in der Dunkelheit von der Flottegetrennt hatte, erfuhr an der französischen Küste dasselbe Schicksal.Die Unfälle lehrten den spanischen Admiral Behutsamkeit. Er ginglangsamer und umsichtiger vorwärts; der Feind war verwegen, dasWetter launenhaft; einige seiner Schiffe wurden durch mehrmaligeGefechte unfähig zum Kampfe gemacht, andere geriethcn zwischen dieKlippen der ihm unbekannten Küste; und die Nothwendigkeit, die einenund die andern gegen die unabläßigc Verfolgung der Engländer zuschützen, hielt ihn so auf, daß sechs Tage vergingen, ehe er seine Be-stimmung erreichen und in der Nähe von Calais Anker werfen konnte.