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I. Zeitalter der Kirchentremmng.
Ein Fischer kaufte ihn zuerst, dann eilt Alchymist, endlich ein Renegat.Eine der drei Frauen dieses Menschen, eine Türkin, ging aus Neu-gicr oder Langeweile auf's Feld, wo Vincenz arbeitete, und befahlihm, Loblieder seines Gottes zu singen. Mit Thränen im Auge stimmteer den einhundcrtscchsunddreißigsten Psalm an: „An den Flüssen vonBabylon saßen wir und weinten, da wir Sions gedachten." Aberauf das melancholische Lied der Gefangenschaft sang er ein zutrauen-voltcs „Lnlve keZinn." Nachdenklich ging das Weib zu ihrem Mannezurück und erklärte ihm, daß er Unrecht gehabt habe, eine Religionzu verlassen, die solche Loblieder ihres Gottes eingebe; sie glaube der-einst im Paradies ihrer Väter keine solche Freude empfinden zukönnen, als diese Lieder ihr gemacht hätten. Sie war überzeugt, daßirgend ein Wunder dabei im Spiel sei. Ihres Mannes schlafendesGewissen erwachte. Er sagte zu Vincenz, er warte nur auf einepassende Gelegenheit, um mit ihm nach Europa zu entfliehen. Dieseließ sich zehn Monate erwarten, dann aber retteten sie sich in einemkleinen Boot und nach zweijähriger Sklaverei in Afrika betrat Vin-ecnz wieder den Boden Frankreichs. Der Meelegat in Afrika nahmden Renegaten als reuigen Büßer in den Schooß der Kirche auf undging mit ihm und mit Vincenz nach Rom. Während jener in einemKloster Gott das Opfer seines zerknirschten Herzens darbrachte, zogdieser durch seine seltene geistige Begabung die Aufmerksamkeit derKirchcnfürsten auf sich und ward mit einem geheimen Auftrag anKönig Heinrich IV. nach Paris geschickt.
Der Zustand der Kirche war ein trostlos versunkener in Frank-reich. Die letzte Hälfte des 16. Jahrhunderts war mit dem Blutder Bürgerkriege zwischen Katholiken und Calvincrn gefärbt, dasVolk verwildert, die Kirche geschmäht und beraubt, der Pricstcrstanderniedrigt durch Verfolgung und durch Laster der Zeit; der Glaubeohne Wirkung auf die verwahrlosten Seelen. Gränzenloses leiblichesElend folgte, wie immer, dem Mangel an Gottesfurcht, Niemandgedachte der Armen und Nothlcidenden, weil jeder sich selbst in dertiefsten Noth fühlte oder wähnte.
Ein allgemeines durchgreifendes Mittel, um aus dieser Sündfluthvon Elend das arme Volk emporznreißen, das in Glaubens-, Sittcn-und Brodlvsigkeit umkam, wußte Niemand und des Königs gut-müthiger Wunsch mit dem sonntäglichen Huhn im Topf für seineBauern, war und blieb eben nur ein Wunsch.
Im Jahr 1609 kam Vincenz nach Paris, ward bekannt mitdem Abbtz Berulle, der sich durch die Gründung der Kongregation