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III. Zeitalter Friedrichs des Großen.
Königs von Polen und Kurfürsten von Sachsen, die während seinerKrankheit sein Bett nicht verlassen hatte, folgte ihm siebzehn Monatespäter (13. Mai 1767).
Ludwig, immer tiefer in Unwürdigkeit sinkend, legte es ordentlichdarauf an, dem Throne alle Achtung zu rauben und den Umsturzdesselben vorzubereiten. In seinem sechzigsten Jahre (1769) wurdeer Sklave eines Frauenzimmers der untersten Klasse, der Dubarri, !
welche durch schrankenlose Frechheit sogleich eine noch größere Gewaltals ihre Vorgängerinnen gewann. Der zweiundsechzigjährige Monarchwar so kindisch geworden, daß er an dem Spaße Gefallen fand, sich ''
in die Zahl der Bedienten der Dubarri unter dem Namen la France ^
aufnehmen zu lassen. Während er eines Morgens ihren Kaffee kochte,fuhr sie aus dem Bette ihn an: „So gib doch Acht, la France, dein i
Kaffee läuft ja zum Teufel!" Da indeß das Alter anfing, seine Rechtegeltend zu machen, so sann die Dubarri auf neue Reizmittel, und H
führte ihm nach dem Beispiele der Pompadour zur Abwechselung «
jugendliche Lustopfer zu. So hörte Ludwig bis zum fünfundsechzigsten «
Jahre nicht auf, seiner gewohnten Lebensart zu folgen, und der Tod »
überkam ihn in den Lüsten, wie eine Schlange unter Blumen. Er f
erkrankte in Folge einer Ansteckung an den Blattern. Seine Töchterblieben bei ihm und auch die Geistlichkeit fand sich ein. Dem Beicht-vater gestand er die Angst, mit welcher er der Ewigkeit entgegensehe,und sprach von dem Feuerpfuhl, der ihn für sein lasterhaftes Lebenerwarte. Dagegen lautete die Erklärung, welche der Großalmoscnierim Namen des Kranken vor dem Empfange der Sterbsakramente ab-gab, sehr mild: „Obgleich der König von seinem Verhalten nur Gottallein Rechenschaft schuldig ist, so thut es ihm doch leid, seinen Unter-thanen Aergerniß gegeben zu haben, und er erklärt künftig nur fürdie Erhaltung der Religion und für das Wohl seiner Völker sorgenzu wollen." Das Ende war schrecklich. Er hatte zu sehen, wie seinKörper, mit den cckelhaftcsten Geschwüren und Eiterbeulen bedeckt,in Fäulniß überging, wie Arme und Beine verwcseten, und zartereTheile in Stücke zerfielen. Nur wenige ertrugen den Geruch unddas Aechzeu des Leidenden. Der Tod erfolgte am 10. Mai 1774. '
Der Hof ging sogleich von Versailles nach Choisy, und nureinige Bedienten blieben bei dem Leichnam. Die Aerzte mochten ihn ,
vor Eckel nicht einbalsamiren. An ein anständiges Leichenbegängniß >
wurde gar nicht gedacht. Schon am dritten Tage fuhr man ihn >
nach St. Denis, von vierzig Gardes du Corps und einigen Pagenmit Fackeln begleitet. Der Sarg stand in einer Jagdkutsche und j