Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Struensee.

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Mathilde, gegen Strucnsce und gegen dessen Freunde. Die weitereAusführung der Sache war bei dem allgemeinen Hasse gegen Struenseesehr leicht, zumal da jetzt der König sich ganz in der Gewalt desPrinzen Friedrich und seiner Mutter befand.

Struensee und Brandt wurden zuerst fünf Wochen lang inscheußlichen Kerkern mißhandelt und dann zum Behufe ihrer Verur-teilung vor eine Commission gestellt, zu deren Mitgliedern auchGuldberg gehörte. Brandt benahm sich standhaft und fest; Struenseezeigte sich dagegen ebenso verzagt im Unglück, als er übermüthig imGlück und feige in der Gefahr gewesen. Er zitterte, als man vordem ersten Verhör ihm die Fesseln abnahm, am ganzen Leibe undweinte beim zweiten Verhör. Es war daher auch leicht, ihn dazuzu bringen, wohin man ihn gebracht haben wollte. Der feige, ganzniedergebeugte Mann ließ sich nämlich verlocken, seine Rettung darinzu suchen, daß er die Gemahlin des Königs durch ein ausführlichesGeständnis; gegen sie in sein Schicksal verwickelte. Nachdem mandieß erlangt hatte, wurde der Prozeß gegen ihn und Brandt raschzu Ende geführt. Beide wurden am 25. April zum Tode vernrtheiltund am 28. hingerichtet.

Die Königin Karoline Mathilde hatte, trotz der schamlosen Aus-sagen ihrer eigenen Hofdamen, jede Beschuldigung gegen sie selbstund gegen Strucnsce standhaft zurückgewiesen. Es lag zwar, inFolge des von Struensee gemachten Geständnisses, eine Art vonBeweis gegen sie vor; allein um eine Ehescheidung zu Stande zubringen, mußte man auch von ihr ein Geständnis; zu erhalten suchen,weil nur dadurch ihr Bruder, der englische König, zufrieden gestelltwerden konnte. Es wurde daher der jungen Frau so langezugesetzt, bis sie endlich das Papier unterzeichnete, auf welchem einGeständnis; geschrieben stand. Kaum hatte sie jedoch die ersten Buch-staben ihres Namens geschrieben, als sie vor dem boshaften GesichteSchack-Rathlow's znrückbebte. Dieser ergriff hierauf ihre Handund schrieb den Namen zu Ende. Nun ward ohne weiteres Bedenkendie Scheidung ausgesprochen. Die unglückliche Frau wurde nachihrer Heimath, dem Kurfürstcnthum Hannover, gebracht, wo sie dann,von Jedermann geliebt und verehrt, auf dem Schlosse zu Celte lebteund nach drei Jahren an gebrochenem Herzen starb.

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