Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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III. Zeitalter Friedrichs des Großen.

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GuM m. dml Schtvrdm.

Eine der merkwürdigsten Begebenheiten des 18. Jahrhunderts istdie schwedische Revolution unter Gustav III. In Schweden warnach Karl's XII. Tode die Regierungsgewalt ganz in die Hände desAdels gekommen und das Königthum zu einer leeren Form geworden.Der Adel selbst war in zwei Parteien (der Hüte und Mützen)gespalten, deren jede im Solde fremder Mächte stand und dieStaatsgcldcr für die Prunkliebe und Genußsucht der ihr ungehörigenGroßen vergeudete. Als Folgen dieses Zustandes zeigten sich schlechteVerwaltung, Zerrüttung der Finanzen, parteiliche Justiz, Zuchtlosigkcitdes Heeres. Indem es Gustav unternahm, den Adel zu beugen unddie Königsmacht wieder herzustellen, begann er allerdings eine Revo-lution des Bestehenden, aber diese Revolution unterschied sich wesentlichvon den Revolutionen des 18. Jahrhunderts dadurch, daß sie einevollkommen berechtigte war. Weil sie aber in eine Zeit fiel, dieüberhaupt von revolutionärem Schwindel berückt war, ließ es sichkaum vermeiden, daß sich auch ihr revolutionäre Gedankenanknüpften.

Gustav hatte die liebenswürdigste Persönlichkeit. Ein geistreichblitzendes Wesen, eine edle Haltung und herzgewinnende Weise beglei-teten sein Auftreten. Schweden war durch französische und englischeSchriftsteller und durch die schwedischen Publikationen der letzten Zeitselbst hinlänglich vorbereitet, um Aeußerungen zugänglich zu sein,wie die Gustav's auf seinem ersten Reichstage, daß er seine Ehredarin finde, der erste Bürger eines freien Staates zu sein. Währender so die Hoffnung und das Interesse aller mit dem Bestehenden Unzu-friedenen an sich als an einen gemeinsamen Mittelpunkt knüpfte,besaß er doch Verstellungsgabe genug, daß die Aristokratie solcheAeußerungen als unschuldige Phrasen nehmen mußte, und in Sicher-heit ihn seine Vorbereitungen treffen ließ.

Während Gustav nur geistreichem Genusse zu leben schien,benutzten von ihm dirigirte Personen die Theuerung im Lande undalle Unzufriedenheit gegen die schlechte Verwaltung, alle Hoffnungenauf den jungen König zu richten.

Nachdem der Plan verabredet war, stund der HauptmannHcllichius in Christianstadt gegen den bestehenden Zustand auf.Er erließ ein Manifest gegen die Anmaßungen der Aristokratie.Des Königs Bruder, Prinz Karl, der im Einverständnisse war,