Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Gustav III. von Schweden-

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sammelte sofort Truppen, als geschähe es gegen Hellichius. Nochglaubte Gustav selbst zögern zu müssen, und hielt durch Verstellungdie Neichsräthc hin, bis ihr Kollegium den Prinzen Karl vom Com-mando der durch ihn zusammengezogenen Truppen entfernen wollte.Schon war nun auch in der Hauptstadt Alles vorbereitet, als am19. August früh in der Neichstagsitzung dem Könige zugemuthetward, einen Brief mitzutheilen, den er in letzter Nacht vom PrinzenKarl erhalten. Der König lehnte ab — gegen ihn selbst ward Ver-dacht in einer Weise laut, die ihn zu raschem Entschlüsse trieb. Ereilte aus der Versammlung zu verschiedenen Gardcabtheilungcn, gewannderen Officiere, so weit sie noch nicht in's Geheim schon gewonnenfür ihn waren, fast alle, mit ihnen gemeinschaftlich die Gardcabthei-lungen der Schloßwache. Das Volk, durch die falsche NachrichtzGustav sei gefangen, allarmirt, schloß sich in Jubel ihm an. DieBemühungen des General Rudbeck, die Truppen für den Neichsrathzu gewinnen, und des Königs Unternehmen als ein Attentat gegendie Landesfreiheitcn darzustellen, waren vergebens, denn Gustavhatte die Liebe und das Vertrauen der Hauptstadt, und von denLandesfreiheiten im Sinne der Aristokratie wollte man eben nichtswissen. Den Reichsrath hatte der König sofort durch Soldaten imSitzungssaale festhalten lassen. Die Behörden in der Stadt huldigtenGustav schon zum Theil am ersten Tage. Truppen, die der Reichs-rath schon vorher nach der Hauptstadt befehligt, wurden in geringerEntfernung von derselben aufgehalten, und nachdem sich der Königso am 19. der Hauptstadt bemächtigt, huldigte diese mit allen Be-hörden, die es noch nicht Tags zuvor gethan, am 20. Am 21. erschiender König im Nitterhausc vor den Ständen, nachdem durch Auf-stellung von Militär gesorgt war, daß gewaltsamer Widerspruch sichnicht erheben könne; auch ließ er sich die schreienden Uebelständc derVerfassung und Regierung, wie sie seit Karl XII. sich gebildet, nichtin Abrede stellen — und so setzte Gustav durck, daß man sich beiseiner Versicherung, die Freiheit und das Recht der Schweden, dieer beschworen, nicht beeinträchtigen zu wollen, beruhigte, und indie Verfassungsänderungen willigte, die er vorschlug. Durch dieseAenderungen trat der König wirklich an die Spitze des Staates, derim Ganzen die Verfassung wieder erhielt, wie sie vor 1680 gewesen;der König erhielt die Ernennung zu allen Civil- und Militärämtern,die man ihm fast ganz entwunden hatte (obwohl nicht unbeschränkt)zurück, sowie die Verfügung über die Finanzen, das Heer und dieFlotte. Auch die Provinzen wurden leicht von des Königs Brüdern