Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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III. Zeitalter Fricdrich's des Großen.

Karl und Friedrich gewonnen — und wie Gustav ohne Blutvergießengesiegt hatte, so trübte keine Rache den vollendeten Sieg. Seinneugewonnenes Königsrccht war ihm genug. Die nächsten Jahrewaren, besonders da Gustav in Westcrmann (nachher Freiherr Lilien-kranz) einen Mann an die Spitze der Finanzen brachte, der diesenZweig der Administration bald zu löblichster Ordnung zurückführte,und das Volk ein klares Gefühl besserer Zustände erhielt, in jederWeise glücklich zu nennen. Die Stände waren dem Könige fast inallem zu Willen.

Während nun Gustav in der nächstfolgenden Zeit seine Fürsorgefür«das Landeswohl in dem Beginne des Baues von Canälen, in denUnterhandlungen zu Gewinnung St. Barthelcmy's, in den eigenenReisen durch sein Land, auch nach Finnland, bethätigte, seine Huldi-gung dem gelehrten Stande brachte in Errichtung einer königlichenAkademie, in mehrfachen selbst mit wissenschaftlichen Uebungen ver-bundenen Besuchen Upsala's und in Erthcilung des Nordsternordcnsan Glieder der höheren Geistlichkeit, lauerten die aus ihrer Gewaltvertriebenen, aber nicht vernichteten früheren Gewaltinhaber auf jedeBlöße, die er in seiner Sorglosigkeit bot. Daß er durch dieErneuerung der alten Eintheilung des Adels in Grafen und Herren,Ritter und Knappen, alle unter die Knappen verwiesenen Edelleute,die in der letzten Zeit in politischer Berechtigung dem vornehmsteilAdel zur Seite gestanden, verletzte, daß er, während Hunger das Landdrückte, nach Petersburg und dann weiter nach Süden, nach Italienreiste; daß er, um die Abhängigkeit von Korncinfuhr zu mindern, zuerstüberhaupt gegen den Branntwein mit Prohibitivgesetzen auftrat, dann(als er diese nicht durchführen konnte) das Brennen desselben alsRegale ausbeutete — machte allmählig alle Stände und Klassen desVolkes ihm widerwillig und geneigt, auf die Verläumdungen einzu-gehen, die seine alten Gegner in Umlauf setzten. Während seineritalienischen Reise hatten diese die Bcsorgniß erregt, er möge, wieeinst Christine, katholisch werden und Schweden, dessen Ruhn: mitdem Protestantismus zusammenhing, Rom wieder zuführen wollen;als er zurückgekehrt war, gaben die schmutziger Sinnlichkeit huldigendenSitten Mancher seiner Umgebung der bösen Nachrede um so leichterRaum, als er geistreichen Genuß liebte, sich für Theater, für Poesieüberhaupt interessirte und in fröhlicher Gesellschaft sich selbst amliebsten sah.

Wie Gustav auf dem Reichstage 1778 nur Jubel gccrntct hattebei allen seinen Vorschlägen, fand er daher 1786 eine so übermächtige