Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Gustav III. von Schweben. 423

Opposition gegen sich, daß er nichts von dem, was er wollte, znerreichen vermochte.

Als Gustav die Anhänglichkeit an seine Person wanken sah, glaubteer sie durch ein Unternehmen, ganz aus schwedischem Nationalgefühlgeboren, wieder gewinnen, von neuem sein Haupt mit einem Kranzeumwinden und zugleich die ihm feindlichen Elemente beschäftigen zukönnen; er begann Krieg mit Katharina von Rußland.

Gustav hatte sich aber bei diesem Beginnen in der Macht desNationalhaffes verrechnet. Der schwedische Adel wollte lieber schmach-voll mit Fremden verhandeln, als einen Herrn länger ertragen, wiees der König zu sein im Sinne hatte. Die Verfassung, die Gustavbei seiner Revolution 1773 hergestellt hatte, enthielt die Bestimmung,daß der König einen Angriffskrieg nur mit Einwilligung der Reichs-stände beginnen dürfe. Sich an diese zu wenden, wagte er nach denErfahrungen des Reichstages nicht, und so war er, da das Heerzugleich ihm und den Ständen geschworen hatte, in der Lage, nach-dem er alle herausfordernden Schritte zum Beginne des Krieges gethanhatte, in Finnland, wohin er sogleich nach Entfernung des russischenGesandten gegangen war, mit seiner Armee drei Wochen unthätigliegen zu müssen, in der Hoffnung, die Russen sollten ihm mit einemAngriffe zuvorkommen. Das russische Kabiuet war klug genug, dieso gewonnene Zeit zu Sicherung der Gränzfesten und Gränzprovinzenzu nutzen, des Königs Hoffnung aber, daß ihm ein Vorwand gegebenwerden würde, bei scheinbarer Rechtsachtung doch seinem königlichendon pinisir folgen zn können, zu vereiteln. Während Gustav leicht-sinnig genug sich persönlich der Triumphe im voraus gerühmt hatte,die er in dem Kriege gegen die Russen erfechten würde, und die er,wenn er den Krieg hätte rasch anfangen können, bei der Entfernungder russischen Hauptmacht nach den südlichen Theilen des Reiches,auch leicht erfochten hätte, machte die Kaiserin in ihrem Manifeste vom29. Juni der schwedischen Nation bemcrklich, daß sie keinen Kriegsuche, und daß, wenn Gustav ihn ohne Einwilligung der Ständebeginne, dieß eine Verletzung der Verfassung und ein Unrecht sei,was dem schwedischen Rechte angethan werde.

Nach dem ersten kriegerischen Zusammentreffen des Bruders desKönigs, Herzogs Karl von Südcrmannland, mit der russischen Flottebei der Insel Hogland (17. Juli) erklärten die schwedischen Obersten,als Gustav Friedrichshamm angreifen wollte, der König breche dasRecht des schwedischen Reichs, und verweigerten ihm, der das Rechtnicht achte, den Gehorsam. Sie schloffen in diesem Sinne den Bund