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lll. Zeitalter Friedrichs des Großen.
von Nnjala. Daß sic sich, um Gustav widerstehen zu können, anGustav's Feindin Katharina wendeten, war gewiß ein höchst tadelnswer-ter, ja, verräterischer Schritt, aber er ist nur ein neuer Beleg, daßSünde Sünde gebiert. Als Gustav sich gegen die Obersten an dieRegimenter wendete, handelten diese nur im Sinne ihrer Führer, undnun blieb dem Könige nur die Wahl übrig, entweder Schmach undvielleicht persönlichen Untergang auf sich zu nehmen — oder dieSünde wider die Verfassung weiter zu treiben, und den Versuch zuwagen, mit Hülfe der Mächte, welche noch an seine Person gekettetwaren, eine wirkliche Gewaltherrschaft zu gründen. Gustav wähltedie letztere Partie, ein Beweis, daß er persönlichen Muth in hohemGrade besaß, aber zugleich ein Schritt, welcher seine Regierung ganzin die Reihe der revolutionären Regierungen eintreten ließ, die wirals welthistorisch-charakteristische Erscheinung des vorigen Jahrhun-derts erblicken. Da die dänische Regierung, mit Rußland in engsterVerbindung, nachdem der Krieg zwischen Schweden und diesem Reichebegonnen hatte, als Bundesgenosse Rußlands eine Armee von15,000 Mann unter dem Prinzen Karl von Hessen in Schweden ein-rücken ließ, blieb Gustav nur übrig, wenn er sich retten wollte, nachStockholm zu eilen, und zu versuchen, was er bei der Masse derNation, durch die nationalen Sympathien und Antipathien unterstützt,noch erwirken könne. Auf die Anhänglichkeit der Einwohner Stock-holms an seine Person konnte er rechnen; was er an Truppen inder Nähe fand, sandte er den Dänen entgegen, nach dem durch diesebedrohten Gothenburg. Dann wendete er sich an das Volk der nie-deren Stände, bei welchem ein persönliches Darangeben des Fürstenallezeit von größter Wirkung ist, weil die persönliche Erscheinunghier durch die Seltenheit ihres unmittelbaren Eintretens den größtenZauber behält. Die dalekarlischen Bauern, zu denen er im Septembersprach, stellten ihm mehrere tausend Mann, ihr Beispiel electrisirtedie Nachbarlandschaftcn — auch die Gvthenburger fand Gustav ganzfür sich gewonnen; und ehe es auf dieser Seite zu einer kriegerischenEntscheidung kam, worauf es Gustav, vom Volke unterstützt, wagendurfte, ging Dänemark von Preußen und England bedroht, am9. Oktober einen Waffenstillstand ein, durch welchen Gothenburg vonder Belagerung befreit ward. Die Dänen zogen sich im Novemberganz zurück und schlössen im nächsten Frühjahre Frieden.
Durch sein Auftreten in Schweden, die Befreiung des Landesvom dänischen Angriffe, hatte Gustav die Masse der Nation ge-wonnen; jeder aber, der unter diesen Umständen auf seine Seite trat,