Gustav III. von «schweben.
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mußte die Rechtsverletzung, die vou dem Könige ausgegangen tv«r,für das Geringere, hingegen das Auftreten der Obersten bei der finn-ländischen Armee für eine unverzeihliche Vcrrätherei erklären. Alles,was jetzt für Gustav gewonnen war, war gegen jene Partei desAdels — und als nun Gustav zu Anfange des Jahres 1789 auf demReichstage in Stockholm, den er berufen, alle seine glänzenden Per-sönlichen Gaben aufbot, und „schlau, den Kleinen verlieh, um dieGroßen zu berauben," hatte er bald einen entschiedenen Sieg überdie Gegner in seinen Händen. Die Vereiniguugs - und Sichcrheits-akte, die er im April 1789 gegen den Widerspruch des Adels aufdem Reichstage durchsetzte, gab ihm die ganze königliche Gewalt wie-der, wie sie unter Karl VI. und Karl VII. gewesen war, gab ihmauch das Recht, Angriffskriege zu beginnen, hob den Reichsrath gänz-lich auf, und überließ die Ernennung zu allen Aemtern und die Ent-lassung von Allen dem Könige. Mit Recht machte der Adel geltend,daß diese Vereiniguugs- und Sicherhcitsakte eine wesentliche Verän-derung der Grundgesetze des Königreiches enthalte, zu welcher vonRechtswegen Einstimmigkeit aller Stände gehöre; — man beseitigtedas Recht, indem die Volksguust des Königs Erklärung, diese wesent-liche Veränderung sei nur eine zusätzliche Modifikation, sanctionirte. DieVerhaftung der mächtigsten seiner Gegner auf dem Reichstag brach derenWiderspruch. Die Regimentsbefehlhaber in Finnland, die Häupter desAnjalabunds, wurden als Hochvcrräther zum Tode verurtheilt; doch diesewie jene Neichstagsglieder begnadigte Gustav, nur ein Oberst wardnach St. Barthelemy deportirt, einige andere nach Deutschland verwiesen.
Alle diese Vorgänge hatten der russischen Regierung hinreichendeZeit gewährt, sich zu rüsten, und nun — nachdem alle günstigenCoujuncturen, die Gustav anfangs für seinen Krieg hatte, verlorenwaren — galt es einen schweren Kampf. Merkwürdig war besondersder Feldzug 1790, wo Gustav nochmals den Plan gefaßt hatte, mitHeer und Flotte nach Petersburg vorzudringen; allein als HerzogKarl (der die große schwedische Flotte führte) die eine russische Flotteunter Admiral Kruse bei Kronstadt nach mörderischer Schlacht nichtzu besiegen vermocht hatte, und nach der Küste von Wiborg hinfuhr,wo die schwedische Scheercnflottc und der König mit der Armee war,als sich nun mit Kruse's Flotte eine zweite russische, von Reval kom-mende, unter Tschitschakvw vereinigte, und die schwedischen Schiffe,nach des Königs Bestimmung, zwischen Schecreu und Inseln sich indie Bucht von Wiborg zogen, wo sie von der einen Seite durch dievereinigten russischen Geschwader, von der anderen durch die russischen