Aufhebung des Jesuitenordens.
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dornen Welt- und Staatswcishcit befreundet, mehr oder wenigerdarauf ausgingen, Alles, was dieser Weisheit für thöricht oder ver-werflich galt, zu entfernen. Hieran erschienen die katholischen Staats-ordnungen im Westen und Süden Europa's viel reicher, als dieprotestantischen im Norden und Osten; denn in jenen waren diekirchlich-aristokratischen Elemente des Daseins mit großer Zähigkeitin ihren aus dem Mittclalter herübergclcbten Formell Aharrt, währendin den protestantischen Ländern die Staatsgewalt des Widerstandesder Kirche entledigt, den materiellen Lebenskräften des Volkes imfinanziell-militärischen Absolutismus eine Richtung gab, welche sichdurch die von ihr getragenen Großthaten Friedrich's II. allgemeinerNachahmung zum Muster empfahl. Zwar war den Philosophen diesesMuster wenig genehm, wenn sie dasselbe aus unmittelbarer Anschauungkennen lernten, wo sich ihnen die Wahrnehmung aufdrang, daß derEintausch des Stockes der Militärherrschaft gegen den sauften Stabdes Pricsterthums die Menschen nicht glücklicher gemacht hatte, dochwar ihr Haß gegen das Kirchenthum so groß, daß sie die Lasten,die das Finanz- und Militärwcsen auf die Schultern der Völkerlegte, nur im Vorübergehen bespöttelten, sonst aber die ärgste Willkür-herrschaft, weitn sie nur kirchenfcindlich war, als Fortschritt zu einemder Menschheit ersprießlichen Ziele lobpriesen.
Solche Willkürherrschaft übte in Portugal Pombal, der kraft-volle Minister des schwachen Königs Joseph, zuerst mit schonungs-loser Grausamkeit gegen den hohen Adel des Königreiches, der überdie gewaltthätigcn Eingriffe in seine Rechte und Besitzthümer Unzu-friedenheit äußerte, unter dem Verwände einer Verschwörung gegendas Leben des Königs; dann wandte er sich gegen die Jesuiten, dieunter der vorhergehenden Regierung mit den vornehmen Familien dieMacht getheilt hatten, und verwickelte sie in den Sturz der letzteren,um dem Adel diese Stütze zu entziehen und zugleich große Landstrichein Paraguay, in welchem die Jesuiten zur Bekehrung der Indianergeistlich-patriarchalische Staaten errichtet hatten, unter die unmittel-bare Verwaltung der Krone zu bringen >).
Nach langwieriger Einkerkerung und harter Mißhandlung vielereinzelner, der Theilnahme au einem angeblichen Königsmordc vcr-
1) Von den entschiedensten Feinden der Jesuiten ist eingeräumt worden, daßihre Einrichtungen zur Civilisation der Indianer in Paraguay vortrefflich waren,daß seit deren Zerstörung die Völker in Rohheit und Sittcnlosigkcit zurückgesunken,und daß noch heutzutage das Andenken der los santos paäros ein gesegnetes ist.