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III. Zeitalter Friedrich's des Großen.
dächtigter Jesuiten erschien am 3. September 1758 der königlicheBefehl, der den Orden im ganzen Königreiche aufhob, alle Mitgliederaus sämmtlichen portugiesischen Staaten verbannte und ihre Güterder Krone verfallen erklärte. Die Einsprüche des Papstes wurdendamit erwiedert, daß der päpstliche Nuntius von allen Gesandten zurVermählungsfeicr der Kronprinzessin allein keine Einladung erhielt,und weil er in Folge dessen am Abende sein Hotel nicht gleich denandern Gesandten festlich erleuchtete, als ob er dadurch den Königund dessen Familie zu beleidigen getrachtet, aufgehoben und über dieGränze geschafft wurde.
In Frankreich wirkte wider die Jesuiten die Thätigkeit zweierganz verschiedener, ja einander feindlicher Parteien zusammen. Vol-taire, der Wortführer und Träger der kircheufeindlichen Richtung,der schon in früher Jugend die Vertilgung des Christenthums sichzum Lebenszwecke gemacht hatte, und aus seinem in der französischenSchweiz befindlichen Wohnsitze durch die Macht seines Witzes undseiner fruchtbaren Feder die höheren mit der Literatur befreundetenStände beherrschte, erblickte in dem Dasein des Jesuitenordens einenSchutzwall des ihm verhaßten Wahnglaubens, und führte rüstig undeifrig seine Geisteswaffen theils zur offenen Bekämpfung, theils zurunmittelbaren Unterwühlung desselben. Ludwig XV. selbst, der imSchlamme der Lüste eine starke Anhänglichkeit an den Kirchcnglaubenund Kirchenbrauch bewahrte, konnte freilich den Patriarchen der Frei-denker und Schöngeister nicht leiden; dafür genoß derselbe bei denInhabern der Staatsgewalt, der Pompadour und dem MinisterChoiseul, große Gunst, die sich von ihm auf die ganze denselben an-hängende Schaar der Jünger und der zur Herausgabe der großenEncyclopädie alles Wissens verbündeten Geistesverwandten erstreckte.Andererseits fand es der Minister seinem Interesse gemäß, mit demParlamente von Paris in gutem Vernehmen zu stehen, und er sahhiezn kein geeigneteres Mittel, als den Haß, den diese janscnistischgesinnte Behörde seit Ludwig XIV. her wider die Jesuiten hegte,ungestört walten und zur offenen Verfolgung werden zu lassen.Freilich verband sich mit diesem Hasse der Oppositionsgeist gegen dieganze Staatsgewalt, der sich in den gebildeten Kreisen der Nationwie in der Magistratur zu regen begann, und sich deßhalb vornehm-lich gegen die Jesuiten richtete, weil dieselben immer für die Haupt-stützen des Thrones gegolten und es stets mit dem Hofe, unterLudwig XIV. sogar wider den Papst, gehalten hatten; dem Ministeraber, dem es nicht um Sicherstellung des Thrones, sondern lediglich