Aufhebung des Jesuitenordens.
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Ministern geleitet, die mit den Grundsätzen der modernen Philosophiebefreundet waren, und ließ sich, als übel ausgcsonnene Reformenspanischer Herkömmlichkeiten einen Volksanfstand in Madrid herbei-geführt hatten, von dem Grafen Aranda durch das Schreckbildeiner großen, angeblich von den Jesuiten angestifteten, auf den Um-sturz des Thrones abzielenden Verschwörung zur Genehmigung einesihm vorgelegten Dekretes (vorn 2. April 1767) bestimmen, welchesdie Jesuiten aus Spanien verbannte und ihre Ueberschisfung nachdem Kirchenstaate befahl; die flehentlichen Fürbitten wie die ernstenGegenvorstellungen des Papstes blieben ohne Erfolg gegen eine Maß-regel, deren Beweggründe der König theils aus seiner Pflicht, Ge-horsam, Frieden und Gerechtigkeit unter seinen Völkern zu handhaben,ableitete, theils in seinem königlichen Gemüthe uncntdeckt zurückhaltenzu wollen erklärte. Dasselbe geschah noch in demselben Jahre inNeapel und Sieilien, wo Tanne ei, mit Aranda's Gesinnungenübereinstimmend, der Staatsverwaltung vorstand. In der Nacht vom20. bis auf den 21. November wurden die Jesuiten in ihren Collegicnvon königlichen Beamten mit Militär überfallen, verhaftet und nachden Seehäfen gebracht, um auf Kriegsschiffen an die Küsten desKirchenstaats geführt und daselbst ausgesetzt zu werden. Nur Spanienwar so billig, einen kleinen Theil aus dem Ertrage der eingezogenenGüter des Ordens zum Unterhalte der verbannten Jesuiten anzuweisen.
Aber nicht nur die Starken erhoben sich wider die Kirche, auchdie Schwachen glaubten, von dem Strome der Zeit getragen, demPapste Trotz bieten zu dürfen. Ohne Rücksicht auf das Oberhauptder Kirche, zu dem er als geistlicher Fürst noch in einem näherenVerhältnisse stand, hieß der Großmeister von Malta die Jesuiten ausseiner Insel nach dem Kirchenstaate hinübcrschaffeu. Diesem Beispielefolgte zu Anfang des Jahres 1768 der Herzog Ferdinand von Parmaund Piaccnza, ein spanischer Prinz, dessen Vater, Don Philipp, dieseFürstenthümer im Frieden zu Aachen als Abfindung für die spani-schen Ansprüche an die österreichische Erbfolge überkommen hatte.Der junge Fürst, ebenfalls von einem, den modernen Grundsätzenergebenen Minister, Namens Tillot, geleitet, hatte seine Regierungmit Verordnungen begonnen, durch welche die Aufsicht über dasKirchenwesen weltlichen Behörden übertragen, Vermächtnisse an Kirchenund Klöster untersagt oder beschränkt, die Rccurse nach Rom aufge-hoben, zu geistlichen Pfründen nur Eingeborene für befähigt erklärt,päpstliche Bullen, Brcven, Rescripte und Jndulte von der landes-herrlichen Genehmigung abhängig gemacht wurden. Diesen Verord-