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III. Zeitalter Friedrichs des Großen.
Sünder auf den Thron des kühnsten Selbstgefühls versetzt. Manblickte in erhabener Würde auf die Unglücklichen hinab, die noch inder alten Dunkelheit wandelten. Man that sich besonders viel zuGute aus die Toleranz, die man verschwenderisch Juden und Heidenzukommen ließ, indeß man wahre Christen mit fanatischem Hasse ver-folgte. Man sah die Gcistcsbcwcgung der Gegenwart nur als eingroßes Erwachen von tausendjährigem Schlaf an, und zweifeltenicht, die Vielen, welche noch schliefen oder sich erst die Augen rieben,würden alle noch den hellen Tag erleben. Man träumte viel vonKosmopolitismus, d. i. Weltbürgcrthum, zu dem einst alleMenschen, selbst die rohestcn Wilden und Neger, durch weise Gesetze,Erziehung und Vernunftübung herangebildet werden sollten, dasselbeIdeal, nach dem die Freimaurer die Menschheit aufbauen wollten.Kirche und Christenthum, welche nach der Meinung jener philosophi-schen Philanthropen (Menschenfreunde) bisher die Menschheit inFesseln geschlagen, hoffte man mit Hülfe aufgeklärter Fürsten baldzu beseitigen. Schwieriger schien der Kampf mit dem, was bisherim Staate als positiv gegolten hatte, mit dem Königthum von GottesGnaden, mit den Regicrungsvorrcchten, mit den ständischen Unter-schieden und Privilegien; allein auch sie hoffte man mit Hülfe auf-geklärter Despoten, wie Joseph II. und Gustav III., zunächst wenigstensden Adel, zu überwältigen, und die Gesetzgebung zu demokratisiren.Allerdings waren durch die Zerrüttung der Kirche und durch dieAuflösung und Fäulnis; des Reichs Zustände eingetreten, die einerAenderung und Besserung nothwendig bedurften; aber die Philosophietäuschte sich über die Mittel der Heilung, wie über den Patienten.Sie glaubte durch bloße Theorien, durch Aufstellung gewisser humanerGrundsätze die menschliche Natur meistern und die Gesellschaft bessernzu können. Sie traute den Völkern zu, dieselben würden sich ge-lehrig vom Katheder herab beglücken lassen.
Die Täuschung erstreckte sich sogar auf die Beurtheilung desVergangenen. Um einen Anhaltepunkt in der Vorzeit zu haben,dichtete man Griechen und Römern das Ideal au, welches der mo-dernen Philosophie vorschwebte, und übertrieb die Vorzüge des klassi-schen Alterthums, um Vorbilder derjenigen Mnstcrmcnschen zu finden,die man künftig erziehen wollte. Die Philologen begannen für Hellaszu schwärmen. Die Fürsten und Reichen begannen nach Italien zureisen, um dort die antiken Ideale zu bewundern. Winckelmann,ein armer norddeutscher Schulmann, siedelte über nach Rom, umganz nur diesem Ideal zu leben, und es den deutschen Barbaren zu