Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Die Philosophie in Deutschland.

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ihrer Beschallung vorzuhalten. Die meisten Lehrer der Weltgeschichteund Schulmänner setzten fest, aus der ersten Finsterniß und Barbareihabe die Menschheit sich zum Licht der Vernunft und Philosophie desWahren und Schonen erhoben in den griechischen Republiken; dannsei mit dem Christenthum eine neue, noch dickere Finsterniß und Bar-barei über sie gekommen, bis Luther das erste Dämmerlicht gebrachthätte, welches nun erst durch die moderne Philosophie und durchWiederbelebung des Antiken zu neuer TagcShelle gedeihe. Die ganzeGröße deutscher Nation im Mittelaltcr wurde absichtlich in Schattengestellt, und gleich dem Segen, der durch das Christenthum gekommen,undankbar vergessen.

In direktem Gegensatz gegen das christliche Dogma von derErbsünde sprach die Philosophie dem natürlichen Menschen eine an-geborne Fähigkeit zu allem Guten, Wahren und Schönen zu, undgefiel sich in der Behauptung, alles Schlechte sei in die Menschenerst durch Glaubenszwang, politische Bevorzugung oder Unterdrückungund durch schlechte Erziehung hineingekünstelt worden, und könneeben so gewiß durch Philosophie, kosmopolitische Bildung und einedarauf berechnete Erziehung wieder aus thuen herausgebracht werden.Jedes Kind sei gut und intelligent, man dürfe nur aufhören, es zuverderben und zu verdummen. Diesen Satz hatte zuerst Rousseauvertheidigt. In Deutschland aber war es Basedow, der in seinemberühmten Philanthrvpin zu Dessau eine philosophische Mustererzichungzu verwirklichen unternahm. Darin gab es keine Strafen, nur Be-lohnungen sollten den Eifer der Kinder spornen, und alle Tugendenund Gaben aus ihnen naturgemäß hervorlocken. Aber die Muster-kinder geriethen nicht besser wie alle andern gemeinen Kinder, dieMethode schlug fehl, der arme Basedow machte Bankerott. Praktischerverfuhr Salzmann in Schncpfenthal, indem er Söhne der höhernund gebildeten Klassen auf eine wirklich naturgemäße Weise erzog,Puder und Zöpfe und andere Häßlichkeiten und Körpcrentstellungender Mode Verbannte, körperliche Uebungen einführte. Am meistenVerbreitung fand die jetzt beginnende Literatur der Kinderfrcunde(von Weiße), der Robiusone von Campe, der sogenannten Bilder-bücher und moralischen Geschichten für Kinder, meist nur buchhänd-lerische Spekulationen auf den Beutel der ihre Kinder verzärtelndenEltern.