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III. Zeitalter Friedrich'« des Großen.
grob gemeiner opponirten Cramer's zahlreiche Romane der verdor-benen Aristokratie und den Höfen, wie Schillcr's Räuber und Cabaleund Liebe. An Jffland's Bühnenstücke schloffen sich eine Menge soge-nannte bürgerliche oder Familienromane an, die sehr beliebt waren, undin denen der deutsche Philister sich gemüthlich selbst bespiegelte. Wennallerdings das Familienleben denen zum Trost gereichte, die keinöffentliches hatten, so verliebten sich doch die Dichter allzusehr indiesen Trost und vergaßen darüber das Unglück selbst, vergaßen, daßes ein Unglück für den deutschen Mann sei, ohne Vaterland, ohnegroßes Nationalintercffe, der edelsten Ahnen verächtlicher Enkel, eineBeute und ein Spott der Fremden geworden zusein; sie bekümmertensich darum gar nicht, und schenkten dem Grundsatz, daß ein deutscherMauu nichts mehr zu thun habe, als sich und die Seinen „zu ver-sorgen," gegen keinen andern Feind zu kämpfen, außer gegen dieNahrungssorgcn, sich mit seiner Frau „gemüthlich zu plagen," dieSöhne glücklich „durch's Examen," und die Töchter „unter die Haube"zu bringen, ihre volle Anerkennung. Dieses gemeine Privatintcresscwurde nur durch einige Sentimentalität aufgeputzt. Die Poesie vondieser Sorte war so wohlfeil, daß sich gleich Hunderte von schwachenMännern und noch mehr Weiber dieselbe zum Geschäfte machten.Als eine- natürliche Reaction dagegen kamen alsbald die Ritter-,Räuber- und G eistcrro mane auf, in denen das Bedürfniß nachKraft und That sich kund gab. Des Schlafrockes satt träumte sichder deutsche Philister, wie weiland Don Quixote, in den Harnischund schlug im Traume wüthend mit dem Schwert um sich. Es lagdarin eine dunkle Erinnerung an das Verlorne Mittelalter. Deßwegenwurde auch der sonst verpönte Aberglauben, das Zauber-und Geister-wcsen in den Romanen wieder mit Beifall verschlungen. NurMusäus in seinen Volksmährchcn faßte die alten Erinnerungengeistreich auf, die meisten der bezeichneten Romane waren arm anErfindung und die Sprache roh. Die ungeheure Unnatur, in welchedie gebildeten Klaffen gerathen waren, verrieth sich auch äußerlichiu ihrer Tracht, während nur das Landvolk die einfache und schöneNationaltracht aus alter Zeit beibehielt. Wer irgend in Deutschlandvornehm und reich war oder sich als Honoratior vom gemeinen Volkeunterscheiden wollte, kleidete sich nach der französischen Mode. Diesewechselte zwar beständig, blieb aber einem gewissen Prinzip desUnnatürlichen und Häßlichen das ganze Jahrhundert hindurch getreu.Beim männlichen Geschlecht blieb das natürliche Haar verbannt. Dieriesenhafte Allongeperücke Ludwig's XIV. wurde unter seinem Nach-