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III. Zeitalter Friedrichs des Großen.
und dennoch wandelte er in unbegreiflich kurzer Zeit das gesammteLeben in solchem Grade um, daß das Hochstift an Bildung des Klerus,an Tüchtigkeit der Volks- und der gelehrten Schulen, au Regsamkeitim Ackerbau und in Gewerben und vor Allem an Liebe seiner Bewohnerzum Lande und seiner Verfassung, die meisten weltlichen und geist-lichen Territorien weit überragte. Auch abgesehen von seiner Bedeu-tung als Staatsmann nahm Fürstenberg eine geistig hervorragendeStellung ein. Sachkenntnis; in sehr ungewöhnlichem Umfang standihm zu Gebote, und in den literarischen, wie in den philosophischenBewegungen der Zeit war er einheimisch. Während er in den früherenJahren seines Lebens eine gewisse Vorliebe für die Künste des Kriegesnicht verleugnen konnte, und deßhalb besonders kräftig für die Ver-breitung der mathematischen Studien und für eine muthige undkräftige Ausbildung der Jugend wirkte, nahmen ihn im spätern Alterdie religiösen und die philosophischen Interessen vorzugsweise inAnspruch.
Zu diesem Manne und in dieses Land kam im Sommer 1779die Fürstin Gallitzin, Gemahlin des russischen Gesandten imHaag, um sich den Rath Fürstenberg's für die Erziehung ihres Sohnseinzuholen und dann sich derselben auf einem Landsitz am Genferseeganz hinzugeben; aber der Eindruck, welchen Fürstenberg auf siemachte, war so groß, daß sie seines Rathes und seiner Unterstützungnicht wieder entbehren mochte, und fortan ihren dauernden Aufenthaltin Münster nahm.
Die Fürstin, eine Tochter des preußischen GeneralfeldmarschallsGrafen Schmettau hatte eine Erziehung erhalten, welche durchausnur auf das Auftreten in der damaligen großen Welt berechnetwar. Als Hofdame der Prinzessin Ferdinand wurde sie 1768 imBade Spaa mit dem Fürsten Gallitzin bekannt und nach einer Be-kanntschaft von wenigen Wochen im zwanzigsten Jahre seine Gemahlin.Mit ihm lernte sie vorübergehend das Leben an den Höfen vonWien, Petersburg und Paris kennen, und hatte dann als Gemablindes russischen Gesandten eine der ersten Rollen im Haag zu spielen.Die Bewunderung, welche ihrem Geiste nicht weniger als ihrerStellung überall zu Theil ward, schmeichelte ihrem Ehrgeize undihrer Eitelkeit, aber befriedigt fühlte sie sich dennoch nicht durch ihreLage. Von frühester Jugend an hatte mit wunderbarer Stärke einTrieb nach Erkenntniß der Wahrheit und nach Erreichung des ihrunter wechselnden Gestalten vorschwebenden Ideals sittlicher Vollkom-menheit sie erfüllt. Die Zerstreuungen der großen Welt hatten den-