Joseph's H. Reformen.
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damaligen Staatsmänner ein Beweggrund mehr für das Bemühen,die Kirche in Landeskirchen zn vereinzeln. Diejenigen aber, welcheauf die Bahn der neuen Staatsweisheit, ahne eine der Kirche feind-liche Absicht geleitet wurden, befanden sich wenigstens in dein Irr-thum, daß man die Verfassung der Kirche antasten könne,ohne ihre Lehre zu gefährden.
Als Joseph nach dem Tode seiner Mutter zn der Krone desKaiserthnms die Kronen des habsburgischcn Hauses erhielt, war auchin Deutschland Vieles für eine Thätigkeit, durch welche er sich seinemBruder Leopold in Toseana als Vertreter der Aufklärung gleichstellte,vorbereitet. Nicht allein, daß die geistige Strömung, die aus Frank-reich nach Deutschland mächtig ging, die dortigen Anschauungen überdas Verhältniß von. Kirche und Staat, ja die aus der Schule derAufklärung stammende Abneigung gegen die Kirche hcrübergetragcnhatte, es war bereits auch ein Versuch gemacht, für DeutschlandForderungen zur Geltung zn bringen, deren Befriedigung eine Ver-nichtung der Gewalt des päpstlichen Stuhles gewesen sein würde.Im Jahre 1763 hatte Hontheim, der Weihbischof des Kurfürstenvon Trier, unter dem erdichteten Namen Febrvnins, ein Buch injenem Sinne herausgegeben, das in der Zeit, wo so viele Feindselig-keit gegen die Kirche thätig war, mit um so größerer Freude be-grüßt wurde, als die von Außen kommende Feindseligkeit jetzt in derKirche selbst einen Bundesgenossen gefunden hatte, der mit Schau-stellung von Wissenschaft zu demselben Zwecke wirkte und die Wohl-fahrt der Kirche zn bezwecken schien. Irr der Meinung, daß die vonden Päpsten irr Anspruch genommene Gewalt als größtes Hindernißder Wiedervereinigung der christlichen Confcssiouen entgegenstehe,unternahm er es, dieselbe auf ein angeblich ursprüngliches Maßzurückzuführen, worin ihm seiner Meinung nach Papst Clemens XIII.durch Verdichtung auf alle weitergehenden Rechte freiwillig folgensollte. Er kehrte zn den bedenklichsten Ansichten des Korrzils vonBasel zurück, bestrick dem Papste jede Gerichtsbarkeit über die ge-summte Kirche, machte die Gültigkeit seiner Anordnungen vorn ein-stimmigen Beitritt der Bischöfe abhängig und läugnete die göttlicheEinsetzung des Primates, den er als eine von der Kirche an dierömischen Bischöfe übertragene Würde bezeichnete, und mit dem Rangedes Vorsitzenden in einem Parlamente auf gleiche Linie stellte
1) Diese Ansichten winden unter Joseph II., namentlich bei der Ankunft desPapstes Pins V. in Wien, dem Bvlke durch Wiener Literaten gedollmescht, na-mentlich durch die boshafte Schrift Eybel's: Was ist der Papst? Nicht lange