Ursprung der französischen Revolution.
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der Cardinal Dubais, ganz des Regenten würdig. Daß ein solcherWüstling zu den höchsten Würden im Staate und in der Kirche ge-langen konnte, läßt ahnen, wie es mit der Vergebung der hohenkirchlichen Pfründen überhaupt zugehen mochte. Law's Aktienschwindelbrachte eine halbe Million Franzosen um ihr Vermögen. Den Adelaber beleidigte und drückte der Regent herab, indem er, um sich Geldfür seine Ausschweifungen zu verschaffen, zahllose Adelstandserhebungenvornahm. Der alte Adel wurde daher selbst einer Staatsreform ge-neigt, um durch eine Art von Oligarchie die Emporkömmlinge aus-zuscheiden, und die Krone wieder wie vor Richelieu zu beschränkenund von sich abhängig zu machen.
Mit Ludwig XV. kam die Maitrcssenherrschaft; selbst die Sittendes Mittelstandes wurden vergiftet, die alten Gebräuche und Ein-richtungen verspottet, ein oberflächliches Naisonncmcnt galt für Philo-sophie, und die Wollust wurde von den Dichtern gefeiert.
Es fehlte allerdings nicht an ehrwürdigen Bischöfen, gelehrtenTheologen, Lehranstalten in und außer den Klöstern, an sehr eifrigen,frommen Bischöfen und Pfarrern, wie dieß selbst in der Revolutionsich klar genug herausgestellt hat. Allein sie waren nicht im Stande,den Strom in seinen Ufern zu halten. Zudem schuf der Reichthumder Kirche viele geistliche Müssiggänger, sogenannte Abbs's, die durchihr Profanes Leben den geistlichen Stand und die Religion in Ver-achtung brachten. Ein wirkliches Skandal war auch der mit allerHeftigkeit geführte Kampf zwischen Jesuiten und Jansenisten.
Aus der wissenschaftlichen Richtung, welche Karl der Große undAlfred ihrer Zeit gegeben hatten, ging die großartige Erscheinung derScholastik hervor. Aus dem Geiste der Wissenschaft unter Ludwig XIV.erwuchs die Zweifelsucht, aus ihr der Unglaube und endlich die Ver-fvlgungswuth. So vereinigte sich Alles, um in Frankreich eine Kata-strophe herbeizuführen, die ihres Gleichen in der Geschichte nicht hat.
Als Vater der französischen Skepsis gilt Peter Bahle, ge-boren im Jahre 1647 zu Corlat in der Grafschaft Foix von refor-mirten Eltern. Sein Hauptwerk ist sein vietiouunire; Iiistnriquo eteritigug. Indem er jede Frage von allen Seiten betrachtete, wurdeer auf Zweifel und Widersprüche geführt, die, weil er sie nicht lösenkonnte oder wollte, die wichtigsten Wahrheiten untergruben. Bayleackerte den Boden für den Samen des Empirismus, Materialismusund des Unglaubens auf, der um so bereitwilliger bei der einge-lassenen Sittenlosigkeit nach Ludwig's XIV. Tode aufgenommen wurde.Der eigentliche Heros aber, der mit vollem Bewußtsein und mit
SchSppner, Charakterbild». III. ZO