Der Königsmord an Ludwig XVI.
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Beichtvater ward bewilligt, die drei Tage nicht. Nur die 24 Stundenwurden nicht streng eingehalten. Da war keine Rettung mehr, derKönig mußte sich in sein Schicksal ergeben — Niemand fast erhobeine Stimme zu seinen Gunsten.
Der König hatte einen Beichtvater verlangt; er kam. Es warein Jrländcr, der Abbs Edgeworth. Der König schloß seine Rech-nung mit der Erde. Aber eine furchtbare, eine herzzerreißende Scenestand ihm noch bevor, der Abschied von seinen Angehörigen. Sonntagden 20. Januar Abends halb 8 Uhr kam die Königin mit demDauphin, Prinzessin Elisabeth mit des Königs Tochter. Sie sielendem Könige um den Hals und mehrere Minuten vergingen in Schweigenund Schluchzen-- Dann führte sie der König in sein Speisezimmer,und hier waren sie noch fast zwei Stunden allein. Sie schieden nicht,bis der König ihnen das Versprechen gab, sie am nächsten Morgen,ehe er zur Hinrichtung geführt würde, nochmals zu sehen. Er ver-sprach es — und als die Königin heraus und an den Munieipalitäts-beamtcn vorüberging, war sie ihrer Aufregung nicht Meister, undrief ihnen zu: Vorm btws tvns dos seelürntL!
In der nächsten Nacht schlief der König ruhig. Um fünf Uhrfrüh mußte ihn sein Kammerdiener Clery, den mau allein bei ihmgelassen, wecken. Er übergab diesem seinen Trauring, als stillschwei-genden Abschied an die Königin; es war ihm unmöglich, sie nochmalszu sehen. Gegen 6 Uhr erhielt er das Sakrament, und blieb dannin frommem Gebete mit Abbe Edgeworth, bis um 8 Uhr die Muni-eipalbeamten eintraten, denen er sein Testament übergab und seinletztes Geld, 125 Louisd'ors, die er von Herrn von Malcsherbesgeliehen hatte, und die man diesem, wie er befahl, wieder gebensollte. Um 9 Uhr erklärte Santerre, man müsse aufbrechen. — DerKönig bat noch um 3 Minuten — sie wurden zugestanden; undSanterre hatte die Rohheit, mit der Sekunde an den Aufdruck) zu mahnen.Zornig trat der König mit dem Fuße auf, und sagte: Unrtons! under ging, und die Trommeln wirbelten und verkündeten MariaAntoinetten ihre Wittwenschaft. Beim Herausfahren aus dem Tempelhörte der König noch einen Haufen: Gnade, Gnade! schreien, dannaber waren die Straßen wohl gedrängt voll Menschen, aber Alleswar wie in Grabes Stille. Kein Wagen rollte diesen Morgen durchParis. Die ganze Nationalgarde war aufgestellt unter den Waffen.Nur die Kanonen hörte man hinter des Königs Wagen rasseln. DieKanoniere waren dabei mit brennender Lunte. Der König in seinemWagen las in einem römischen Gebetbuchs. Es war 10 Uhr, als