Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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IV. Zeitalter der Revolution-

und hielten es mit den Eidvcrwcigerern. Anfänglich dursten diesein Privatgebäudcn Gottesdienst halten, weil die Nationalversammlungdie verkündigte Religionsfreiheit nicht verletzen wollte. Es währteaber nicht lauge, so ging jene Duldung der pflichttreuen Priester ingrausame Verfolgung über. Zuerst beschloß man, ihnen ihre Pen-sionen zu entziehen, darauf, sie zu dcportiren, endlich begann in denersten Septembcrtagcn (2. und 3. Seht. 1792) das Pricstcrmordcn.

Ein Theil der Priester, welche den Eid auf die bürgerliche Ver-fassung des Klerus verweigert hatten, war nach Paris gebracht wor-den, um von hier aus deportirt zu werden. In Paris gab manihnen Pässe bis in die Hafenstädte, wo sie eingeschifft werden sollten.Dieß war ein Mittel gewesen, um sich zugleich einer großen Zahlvon Geistlichen zu bemächtigen. In dem Augenblicke, wo dieselben,in einer Anzahl von Wagen untergebracht, von Marscillcr Föderirtenbegleitet, die Barrivre von Paris überschreiten sollten, wurde Befehlzur Umkehr gegeben, um die Geistlichen in das Gefängniß der Abbayezu führen. Es war Nachmittags um drei Uhr, den 2. September.Die Marsciller aber, welche schon am Morgen ihre geheimen Ver-haftungsbefehle empfangen hatten, stiegen in die Wagen und ermor-deten die meist bejahrten und unbewaffncten Geistlichen sämmtlich,unter dem Verwände, daß sie ihre — der bewaffneten Begleiter —Sicherheit bedroht hätten. Das Blut rieselte durch die Oeffnungender Wagen heraus. Im Carmeliterkloster der Straße Vaugirardwaren 180 Geistliche gefangen. Schon am 1. September heultenbezahlte Banditen um das Kloster und verkündigten den Gefangenenihr trauriges Schicksal. Die Gefangenen aber setzten ruhig und ge-faßt ihre Andachtsübungcn fort. Die Vornehmsten unter ihnen waren:Dulau, Erzbischof von Arlcs, ein siebennndachtzigjähriger Greis, undzwei Brüdcr dem Hause Larochcfoucauld, der eine Bischof von Saintes,der andere von Beauvais. Alle diese Priester hatten sich in derCarmelitenkirche versammelt, beichteten einander ihre Sünden undlasen die Sterbegcbete vor. Den 2. September, Abends gegen vierUhr, erschienen in der Kirche zwei Stadtkommissäre und befahlen denPriestern, ihnen in den Garten zu folgen. Diese warfen sich, imGefühle, daß ihre letzte Stunde gekommen sei, auf die Kniee nieder,und baten den Erzbischof von Arles um die Generalabsolntion. Erbesteigt die Stufen des Hochaltars, und nachdem er noch einigeWorte gesprochen, ertheilt er ihnen seinen Segen. Dann zogen diePriester in den Garten, und gingen in drei Abtheilungen, nach ihrengeistlichen Graden geordnet. Da nahte sich ihnen der Wüthrich Maillard