Band 
Erster Theil.
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Frauenmundes nicht. Sobald sie es nur einmal über sichgewannen, über das Vorurtheil gegen einen gekreuzigtenGott und Erlöser wegzuschreiten und kühn dem Rufe zufolgen: »komm' und siehe", that sich ihnen die Pforte desGlaubens von selbst aus. Denn »was hätte wohl dasHeidenthum mit aller seiner sinnlichen Lebensfülle und derKlarheit des irdischen Daseins dem Geiste bieten können,der nach Frieden verlangte, der nimmer seinen Wahrheits-durst aus den selbstgegrabenen Brunnen und trüben Be-hältern zu löschen vermochte, der kein Ziel vor sich sahals ein solches, das beim Herannahen des Todes noth-wendig als eine Fieberphantasie, als ein thörichter Traumerkannt werden mußte? Das Heidenthum forderte, dasChristenthum gab; das Heidenthum ahnte, das Chri-stenthum schenkte die Erfüllung der Ahnung; das Hei-denthum täuschte — das Wort der Wahrheit, ausGottes Herzen entsprungen, konnte nimmer täu-schen; das Heidenthum glänzte mit den verführerischenStreiflichtern des äußern Lebens, hier, im Christenthume,war eine Hütte und ein Herd, wo in Wahrheit himmli-sches Feuer ewig brannte. Und in diesem praktischenGruudbeweis der Wahrheit des Christenthums, in der that-sächlichen Auslegung der Worte des Herrn: »»So Jemandwill den Willen dessen thun, der mich gesandt hat, derwird inne werden, ob diese Lehre von Gott sei, oder obich von mir selbst rede"" (Jo. 7, 17), mußte der mächtigsteAnknüpfungspunkt für alle diejenigen unter den Heidensein, welche mit Ernst nach der Wahrheit fragten".*Lassen wir einen gelehrten Heiligen aus eigener Erfahrung

^ Nudel bach's Biographien von Zeugen der christlichen Kirche,tleipzig 1850. S. 9.

Einfuhr, d. Ehristenthums. I.

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