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sprechen: »Voll Verlangen, ein tüchtiger Philosoph zuwerden«, erzählt der heilige Justinus von sich selbst,»begab ich mich zu einem Anhänger der Stoa (einerWeisheitsschule, die das höchste Gut und das höchsteGlück in eine vom Dasein einer Gottheit unabhängigeTugend setzte). Ich blieb eine Zeitlang bei ihm. Als ichaber wahrnahm, daß ich nicht zur Erkenntniß Gottes ge-langte, daß dieser Philosoph sie vernachläßigte, ja alsentbehrlich verachtete, verließ ich ihn und ging zu einemandern Weisheitslehrer, der sich keinen geringen Scharf-sinn zutraute. Dieser duldete mich einige Tage in seinerGegenwart, aber dann fragte er mich, was ich ihm fürseinen Unterricht bezahle, damit mir, wie er sich ausdrückte,der Umgang mit ihm auch Frucht bringen könnte. DießBenehmen fand ich unter der Würde eines Philosophenund verließ ihn. Aber der Drang, den ich fühlte, denKern und das Wesen aller Philosophie kennen zu lernen,ließ meinem Geiste keine Ruhe, und ich wandte mich aneinen weitberühmten Pythagoräer (Anhänger der Schule,die in der Welt vor Allem eine Rechnungsmaschine er-blickte, aber auch die Seelenwanderung lehrte). Ich eröffneteihm mein Anliegen. Er frug mich, ob ich auch Musik,Astronomie, Geometrie verstehe und fuhr dann fort:»»Glaubst du von den Dingen, die zur Seligkeit führen,etwas verstehen zu können, wenn du nicht zuvor alle dieseWissenschaften erlernt hast, die allein im Stande sind, denGeist vom Sinnlichen abzuziehen und für das Uebersinn-liche empfänglich, zum Schauen des an sich Schönen undGuten, worin das selige Leben besteht, fähig zu machen«*.So pries mir dieser Weisheitslehrer mit hohen Wortendie Mathematik und übertrieb deren Nothwendigkeit. Alsich nun meine Unwissenheit in diesen Vorbereitungswissen-