Band 
Erster Theil.
JPEG-Download
 

12t

er gönnte sogar dem Urheber desselben ohne Widerruf denTriumph der feierlichen Wiedereinsetzung (336), und derMhe Tod — man könnte sich versucht fühlen, ihn einGottesurtheil zu nennen — mußte dazwischentreten, demLästerer diesen Triumph zu rauben. Arius starb währendseines Einzuges plötzlich auf der Straße. Sein großerGegner Athanasius, »der Retter des Glaubens, vonseinen Feinden geschildert als Tyrann, von den Kaisernbald verfolgt bald verehrt, immer gefürchtet, vom ägypti-schen Volke — er war Bischof von Alexandrien — ge-liebt wie ein Volksfreund und angebetet wie ein Heiliger,kämpfte 46 Jahre seines bischöflichen Hirtenamtes, darunter20 Jahre flüchtig oder verbannt, oft wunderbar gerettetdurch Treue bis in den Tod, folgerecht für den Gedankenseines Lebens, die göttliche Würde Christi und dadurchdie Bedeutung des Christenthums als vollkommene Offen-barung Gottes gegen ihre Verächter zu behaupten.« * Erkämpfte aber auch eben so unerschrocken für die unum-schränkte Freiheit und Selbstherrlichkeit der Kirche als dieeinzige sichere Bürgschaft für die Erhaltung der Reinheitihres Glaubens. Als in Folge des traurigen Staatskirchen-thums nach dem eben so treffenden als bittern Ausspruchedes heiligen Hilarius die Bekenntnisse mit den Jahres-zahlen der obersten Staatsbeamten wechselte, erhob er vorKaiser und Reich seine Stimme und sprach: »Die Reli-gion hat das Eigenthümliche, nicht zu zwingen, son-dern zu überzeugen. Selbst der Herr zwang Nieman-den, sondern ließ allen die freie Wahl, indem er sagte:»»Wenn mir Jemand nachfolgen will«« (Matth. 16, 24),und zu den Jüngern: «»Wollet auch ihr weggehen?««

Weber a. a. O. S. 272.