oder wie sich die Philosophie ausdrücken würde, das A b-solute, das Anundfürsichsein, oder das Sein schlecht-weg, im Gegensatze zum Werden, zur Natur, zur Schö-pfung, die eben ihre Spitze in jener Dreiheit hat, der»unbekannte Gott« der Athener. Nun ist aber jeneDreiheit, die Spitze und der Anfang der Schöpfung, zu-gleich der Ursprung der ganzen germanischen Götterwelt,und diese besteht somit selbst aus lauter erschaffenen Wesen;sie entsteht und vergeht und ist wie alles Vergängliche demWechsel des Schicksals unterworfen. Aber ihre Gebilde,die sich wieder stufenweise an einander reihen und wie beiallen alten Völkern, namentlich bei den Römern in ihrerGintheilung in Götter der vorzüglichern und geringernGeschlechter (Vii majorum et mmorum Pentium), in höhereund niederere Ordnungen zerfallen, ragen mit ihrer Spitzenoch mehr oder weniger in den dunkeln Urgrund hinein,aus dem sie hervorgewachsen. Der erste der erschaffenenGötter, Odin oder Wuotan u. s. w., erscheint, wennauch nicht als Urquell, so doch als Träger und gleichsamals Persönlichkeit der das ganze All durchdringenden undbelebenden Kraft und hat eben davon seinen Namen; denndieser steht in unzweifelhafter Verbindung mit dem alt-nordischen vaäa, oä, althochdeutsch vvatan, vvuot, verwandtmit dem lateinischen vallo, in dem Begriff von porvacko,perineo, durchdringen, durchgehen, durchwehen, und bezeich-net also die alldurchdringende, alldurchwehende, allbelebendeKraft, den Geist Gottes, der bei der Schöpfung über denWaffern schwebete (1. Mvs. 1), die Lebenskraft des Alls,rv (to tkeion) das Göttliche, wie es von dem
großen Naturkenner und Arzt des griechischen AlterthumsHippokrates genannt chird. So vertritt Odin oderWuotan denn überhaupt die Stelle der allwaltenden.