Band 
Erster Theil.
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Spitze dieser Priestersaste der Druiden«, fährt unser Ge-währsmann fort, „stand ein aus Lebensdauer gewähltesOberhaupt. Zuweilen gab es bei der Besetzung dieser Stelleauch Streit, und die verschiedenen Bewerber um dieselbebekämpften einander mit den Waffen. Zu einer gewissenJahreszeit versammelten sich die Druiden im MittelpunkteGalliens an einem geweihten Orte. Dorthin strömten nunAlle, welche Recht suchten, und ihre Widersacher, aus allenGegenden des Landes zusammen und beide streitendenTheile unterwarfen sich den Urtheilen und Aussprüchen derDruiden.« Nachdem er dieses Bild von dem gallischenPriesterthum entworfen, setzt der große Geschichtschreiberhinzu: „Die Germanen haben weder Druiden, die demGottesdienste vorstehen, noch Pflegen sie der Opfer«; alleiner will damit offenbar bloß so viel sagen, sie haben keineeigene Priesterkaste und keinen so ausgebildeten Opferdienst,wie die Gallier; und dieß stimmt vollkommen mit derAngabe unsers Gewährsmannes Taeitus überein, derdie priesterlichen Verrichtungen im häuslichen Kreise demFamilienvater zuweist. Wer den Bund mit Gott und denFrieden zwischen den Menschen wahrte, der Ew art sEhe-wart), war Priester. Dieß aber that im häuslichen Lebender Familienvater, im öffentlichen der Richter oderder Häuptling, der Fürst, der König. Einen besondernPriesterstand gab es bei den Germanen nicht; darum hattedas Christenthum bei ihnen nicht mit dem größten allerHindernisse zu kämpfen, die ihm bei andern Völkern derStarrsinn und die Selbstsucht einer solchen Kaste entgegen-setzte. Als Leiter des Götterdienstes wurde der Priesterxolli (Mehrzahl ^ollar) genannt, als Beobachter derWahrzeichen wiraxo, Weissager, Seher. Uebrigens wurde,wie wir oben gehört, die eigentliche Sehergabe hauptsächlich