Band 
Erster Theil.
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Wo des heil'gen Geistes MahnenEr in stillem Beben HortUnd austs Neue zu den FahnenDer versöhnten Gottheit schwort."*

Hier versammelt er sich mit den Deinigen zum Opfer-mahle, bei welchem er den Bund mit der Gottheit er-neuert und den Frieden mit seinen Nebenmenschen wiederherstellt; hier bespricht er mit seinen Stammesgenossen diewichtigsten Angelegenheiten des öffentlichen Lebens; haltendoch die Götter selbst ihre Raths- und Gerichtssitzungenunter der Weltesche Uggdrasil. Uebrigens versammeltensich die alten Deutschen in der Regel unter Eichen oderLinden, und das Wort Eiche selbst in der altdeutschenForm Eke und der damit verwandten, Wohl durch bloßenVorschlaglaut entstandenen lateinischen Form guereus, viel-leicht zusammenhängend mit Kork, Korkeiche, oder derZusammensetzung Kür-Eke (die Eiche, unter welcher ge-kürt wird, d. h. die öffentlichen Verhandlungen gepflogen,die öffentlichen Wahlen vorgenommen werden) dürfte alsStamm des Wortes Kirche angesehen werden. ImSchatten einer Eiche unter freiem Himmel wurde ein Platzfür die Opfer- und Gerichtsversammlungen ausgesteckt,und dieser Platz, dasselbe, was dem Römer ursprünglichsein tömplum (ein eingefriedigter, oben offener Platz zurBeobachtung der Vorgänge an und unter dem Himmel,besonders des Vögelflugs), bildete die Kirche des altenDeutschen, von ihm selbst Ring genannt, weil er in derRegel Kreisform hatte. »Es manisestirt sich nämlich dieGottheit in vier unendlichen Richtungen, Höhe und Tiefe,

* Nach einem frommen Sänger des vorigen Jahrhunderts.Tritts.