Band 
Erster Theil.
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Länge und Breite (vg!. Eph. 3, 14—18), die, wenn mansie sich in Linien von der Gottheit, als dem Mittelpunkte,ausgehend, denkt, die Form des Kreuzes bilden. DasKreuz ist demnach die Form der unbegrenzten Ewigkeit,der Unendlichkeit. Der Gegensatz dazu ist die räumliche,begrenzte Welt; der in derselben lebende Mensch strebt nunaber darnach, die Gottheit zu ersassen; er begrenzt daher dieStätte, an welcher die Gottheit weilet. Die gleichmäßigeBegrenzung des Kreuzes kann aber nur durch das Viereckoder den Kreis geschehen. Hierin aber sind die Grundlagendes heidnischen sowohl als christlichen Kirchenbaues ent-halten, und hieraus erklärt sich auch die theils viereckige,theils runde Form der germanischen Opferplätze und Ge-ricktsstätten." *

H 56. Die Wohnstätte», die sich die Götter der altenDeutschen selbst eingerichtet.

Die Götter des alten Heidenthums waren nichts An-deres als höher entwickelte Menschen und theilten alleBedürfnisse und sogar alle Mängel mit den Menschen.Sie aßen, sie tranken, sie schliefen; sie wohnten auch, denndie Allgegenwart selbst der allwaltenden Gottheit, des all-durchdringenden, alldurchwehenden Odin's konnte ebennur durch Wehen und Gehen, durch Bewegung, alsoräumlich vermittelt werden. Nachdem Himmel und Erdegeordnet waren, schlugen die Ordner derselben, die Götter,ihren Sitz im Mittelpunkte der Welt auf, die Ordnungvon hier aus zu wahren und zu warten, und nanntendeßhalb diese ihre Residenz die Götterwarte oder As-gard. Sie bildete gleichsam den Mittelpunkt jenes my-

Phillips a. a. O. S. 240. f.