Haupt" wird er genannt, indem er den Göttern zurSühne, dem Raubthicre gleich erschlagen, gewürgt werdenkann, wo die rächende Sippe ihn findet. Auch heißt er«die blutige Hand" und noch späterhin wird seineLostrennung von der Sippe sprüchwörtlich bezeichnet durchdie Worte: «die blutige Hand nimmt kein Erbe". Durchseine Tödtung stellt die Sippe den gebrochenen Friedennur wieder her, nicht aber bricht sie ihn von Neuem;denn schon geknickt ist jener Zweig an dem Baume derSippe, er muß völlig abgebrochen werden, damit er nichtferner dem Stamme seine Lebenskraft entziehe.
«Wenn aber die Sippe bereits in mehrere einzelne Sippensich verzweigt hat, die gemeinschaftlich aber doch wiederumeine größere Sippe oder Gemeinde bilden, und nun einMitglied einer Sippe den Frieden der andern bricht, alsoden Gemeindeftieden verletzt, so gestalten sich hier die Ver-hältnisse wenigstens in einiger Rücksicht doch schon etwasanders, als zuvor. Dadurch, daß Jemand das Blut einesMitgliedes einer andern Sippe vergoß, hat er das Blutdieser ganzen Sippe vergossen, die nun wegen der Bandedes Blut's zur Rache verpflichtet ist. Nur wer sich aus-drücklich von der Sippe losgesagt hat, ist von dieser Ver-pflichtung frei. Um nun ihren gebrochenen Frieden, diezerstörte Gleichheit wieder herzustellen, vereinigt sich, un-streitig unter Anrufung der durch den Feind beleidigtenGötter, die Sippe zum gemeinschaftlichen Kampfe, zumKriege, zum Fechten, zur Fehde gegen den, der ihrdas Leid zugefügt hat. Dadurch aber ist die Sippe desGegners bedroht, daß nun auch ihr Blut vergossen werde,darum verbindet auch sie sich durch Gelübde zur gemein-schaftlichen Wehre; Einer will für den Andern stehen,Einer den Andern im Kampfe wehren und bergen, sie