Band 
Erster Theil.
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Sippen ob er.haupi. Aus diesem Verhältnisse scheint essich zu erklären, daß dem Könige die Besugniß zustand,die Töchter seines Adels zu verheirathen, so wie auch, daßder einzelne Edle sich nicht ohne die Genehmigung desKönigs und des übrigen Adels vermählte. Eben als Sip-penoberhaupt versammelte der König seine edeln Gefährtenzu den gemeinschaftlichen Opfern, wobei er von den Häup-tern der einzelnen Familien der großen Adelssippe (auchWohl durch deren und des Volkes Geschenke) unterstütztwurde. Die übrigen Mitglieder der großen Adelssippe er-schienen bei diesen Opfern dienstleistend, wie namentlichdie vier stehenden Hofbeamten, der Kleiderthan, dernachmalige Kämmerer, der für die feierliche Kleidungdes Königs zu sorgen und zugleich die Geschenke entgegen-zu nehmen hatte, der Roßthan oder Marsch all, derfür das Gespann sorgen mußte, welches den König zunrOpferplatze führte, der Tischthan oder Truchseß, derdie Opferspeise zu beschaffen hatte, welche aus den Altaroder Opsertisch gelegt wurde, und endlich der Schenke,,dem die Besorgung des Opfertrankes oblag: Erneuerungdes gemeinschaftlichen Bandes mit den Göttern im Opfer-mahle, Einheit, Einigkeit und Eintracht der großen Adels-sippe und des ganzen Volkes mit der Gottheit, oder mitEinem Worte die Religion war stets die Hauptangelegen-heit des Reiches.

»In den Verhandlungen, die man zu diesem Zweckepflegte, wurden natürlich auch alle übrigen Angelegenheiten,der Gefolgschaft und des Reiches berathen, insonderheitKrieg und Frieden, welches beides schon an und für sichin der nächsten Beziehung zur Religion stand. Somitsind die Zusammenkünfte des Königs mit seinen GefährtenReichsversammlungen (Reichstage) im eigent-

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