Band 
Erster Theil.
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lichen Sinne des Wortes; es wird hier das Reich ver-sammelt, d. h. die höchste Kraft des Landes, die Häupterder vornehmsten unter den siegreichen Sippen, die in denneuen Boden verpflanzt sind; es sind dieß also die Rei-chen, deren jeder selbst sein eigenes Reich als einen Be-standtheil des großen Reiches des höchsten Reichen, desKönigs, besitzt. Aber da der König eben wegen seineroberpriesterlichen Würde gleichzeitig der höchste Richter imReiche ist, so sind die großen ungebetenen, (d. h. regel-mäßig wiederkehrenden) Opfer, die er mit seinem Adelfeierlich begeht, gleichzeitig eben so viele ungebetene Ge-richte, und somit sind die um den König versammel-ten Sippenhäupter oder Priester zu gleicher Zeit auchSchöffen.

«Außerdem versammelt sicb das Reich auch auf denRuf des oberpriesterlichen Königs und Heerführers; dennjeder Gefährte ist verpflichtet, aus den König zu hören,ihm zu dienen, wo er es verlangt; er muß ihm dienenim Frieden und im Kriege, in der Heimat und im Felde.Beide Arten von Dienst sind ursprünglich von religiöserBedeutung: der Dienst im Frieden ein Opferdienst, derDienst im Kriege zum Kampfe für (den Frieden, für) dieReligion. Wenn nun zu diesem Doppeldienste der Adel sichum den König versammelt, wenn dieser sein Reich zu-fammenberuft, so konzentrirt oder vereinigt sich gleichsamdie ganze Kraft des Reiches, die Magschast des Königs,auf einen kleinern Raum. Dieser Raum ist der Hof unddas Haus des Königs, die Halle, der Saal (diePfalz, aula, euria, pnlntiunr). Der Hof aber ist seinerursprünglichen Bedeutung nach die Opserstätte. Darumweilten auch außer der Zeit der großen VersammlungenEinzelne aus dem Gefolge des Königs oder Hohenpriesters