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stets an dem Hofe ihres Herrn, um hier den Gottesdienstzu versehen oder mit ihm, wenn es erforderlich war, zuGericht zu sitzen. Der König erscheint daher überall inder Umgebung seines Adels. Er sitzt mit ihm zu Tische,er pflegt mit ihm Rath, er wird von ihm auf die Jagd,zu Begräbnissen, auf Besuchen, bei Bewillkommnungenbegleitet; in Gegenwart des Adels feiert der König seineVermählung, ertheilt er seinem Sohne oder Neffen dieSchwertleite u. s. w. Auch sendeten die durch das ganzeLand zerstreuten edeln Gefährten ihre Söhne an des Kö-nigs Hof, damit dieselben unter der Leitung der königli-chen Beamten, unter welche sie vertheilt wurden, denDienst erlernen sollten. So erscheint denn überhaupt derHof des Königs gleichsam als die ursprüngliche Heimatdes Adels, von welcher aus dieser sich im Lande verbrei-tet hatte. Darum gewährte der König auch fernerhin jedemdieser Gefährten den Zutritt zu seinem Hofe, eine Gunst,die Andern nur ausnahmsweise von dem Könige ertbeiltoder durch Vermittlung eines Edeln verschafft wurde.Nur Bruch der Treue schloß davon aus, so lange derKönig nicht verzieh und auf Fürbitte Anderer den treu-losen Gefährten wieder aufnahm.« *
8 80. Bedeutung dieser Verhältnisse für die Einführung derdeutschen Völker in das Christenthum.
Erinnert diejes Bild nicht lebhaft an das Verhältnißdes Königs der Könige zu seinen Getreuen? Erscheintdiese Gestaltung der Dinge nicht eigens zur Einführungder Germanenvölker in das Christenthum hervorgerufen?»In der Tiefe des germanischen Charakters, in der Idee
* Phillips a. a. O. S. 439—45L.